Ein Eingeständnis an die Fahrgastfreundlichkeit der Deutschen Bahn landete
nach drei Wochen schwarz auf weiß im Briefkasten. Ergebnis:
Eine Minute zu wenig Verspätung. Wobei wir meiner Auffassung nach 65 Minuten Verspätung hatten. Wahrscheinlich wurde der Zeitpunkt erfasst, als die Lok einfuhr - wer weiß das schon? Der Zug war übrigens so lang, dass er in München nicht in den Hbf passte. Und ich saß ganz hinten, weil ich im Frankfurter Sackbahnhof ganz vorne (=hinten in München) reinspringen musste, da meine Zubringer-S-Bahn zuspät kam.
Diese Woche war ich nur einmal mit dem Zug unterwegs, Wiesbaden-Stuttgart und zurück. Auf dem Hinweg 20 Minuten Verspätung, zurück 40 Minuten. Auf dem Heimweg konnte ich immerhin gleich zwei dermaßen verspätete Züge kombinieren...
Wie selbstverständlich muss ich solche Verspätungen ohne jegwelche Erstattung hinnehmen und dafür trotz Bahncard 50 ordentlich in die Tasche greifen. Die Deutsche Bahn hingegen sträubt sich wegen einer einzigen Minute, sich einmal neben der Standardverabschiedung "Wir entschuldigen uns für die Verspätung" ansatzweise für den ganzen Frust und Ärger erkenntlich zu zeigen. Dabei wäre die Erstattung von 25% des Ticketpreises nur 3% des Umsatzes gewesen, den ich im Dezember der Deutschen Bahn generiert habe.
So bleibe ich als nachhaltig verärgerter Bahnkunde zurück, der ihnen nächste Woche mangels Alternativen wieder einen dreistelligen Umsatz generiert. In Handelsblatt und Spiegel verfolge ich aufmerksam das Schielen ausländischer Wettbewerber auf umsatzstarke deutsche Schienenfernverkehrverbindungen. Herzlich willkommen!