Was ich schon immer haben wollte aber noch nie hatte ;) Heute wollte ich mir eine gute "Iso-Matte" kaufen, da ich nächstes Wochenende auf Tour in den Alpen bin (Planung, falls der Dauerregen die bis dahin noch nicht weggespült hat...). Also nicht so ein Schaumstoffding, das zwar
optimal für irgendwelche Gladiatorenkämpfe gut und billig, aber eben volominös ist. Nein, etwas kleineres "Selbstaufblasendes" musste her. Im strömenden Regen von der FH (heute kein BPS da Brückentag im IG-Metall-Unternehmen ;)) ohne Schirm (Muss!) in den Outdoorladen gelatscht. Na-tür-lich war die online ausgespähte Unterlage nicht in meiner Größe vorhanden. Bestellt ist sie nun, hoffentlich klappt das bis Pfingsten – ansonsten gibt es eben auch in den Alpen Gladiatorenkämpfe.
Apropos: Ich entsinne mich noch an ein Zeltlager in meiner Jugend Kindheit, wann wird das gewesen sein, so um '93, da ist die Eltviller Jugend im Sommer regelmäßig auf eine zweiwöchige kirchliche Freizeit gefahren. Einer Zeit laaaange vor Digicams! Diese Zeltlager waren aber schon recht ... ernsthaft. 12 "Mann"-Zelt, Versorgungpakete mit "Schnuckelzeug" von daheim, und ja, das Lagerkreuz. Abwechselnd war es Aufgabe der jeweiligen Zelte, nachts das Lagerkreuz und vor allem die daran montierte Lagerglocke zu bewachen.
Nicht Alibi, sondern richtig von Einbruch der Dunkelheit bis zum Wecken. Da saßen wir dann frierend um das Feuer herum mit unseren 12, 13 Jahren und rösteten Brot über den Flammen. Alle halbe Stunde mussten wir (zu zweit) einen Lagerrundgang machen. Was hatten wir Angst und was haben wir im Schatten imaginäre finstere Gestalten erspäht! Unsere Furcht und Vorsicht allerdings war nicht unbegründet, das Bedrohungsszenario war konkret. Keine Glaubenskrieger sondern ehemalige "Betreuer" die auf unsere Lagerglocke scharf waren. Die Betreuer waren
uralt in etwa so alt wie ich heute und wenn sie keine Zeit für zwei Wochen stinkende Kinder hatten, so wollten sie doch wenigstens einmal die Lagerglocke erobern.
Die Lagerglocke war eine kleine Glocke für den Handbetrieb (jaja), welche fest am Lagerkreuz montiert war und z.B. zum morgendlichen Wecken genutzt wurde. Die Ex-Betreuer-Mädels, die die Lagerglocke rauben wollten, kamen z.B. so gegen 15 Uhr mit Rucksäcken voller Wasserbomben. Kein Problem für uns 12-jährige Kämpfernaturen ;) Die Betreuer-Jungs hingegen waren perfider. In einem Lager im Harz hat es von den 14 Tagen ungefähr 13 geregnet, Grund genug, das Lager im darauffolgenden Jahr "Unter dem Meer" zu nennen. Im diesem Lager im Harz sah ich das erste Mal einen Gleichaltrigen, aus dessen Arm die Knochen schauten. Jaja, dieser offene Bruch, an den kann ich mich noch erinnern. Peer hieß der Unglücksrabe glaube ich. Da brach etwas Unruhe unter den Betreurn aus ;) Also, unser Zelt war reduziert und die ehemaligen Betreuer-Jungs waren trotzdem scharf auf unsere Lagerglocke. Das werde ich wohl kaum vergessen – der Lagerplatz war am Fuße eines Steinbruchs. Wir hatten Wache und so gegen halb drei in der Früh ertönte ein gar gräßliches Jaulen und zwei diablisch rot glühende Augenpaare krochen langsam den Steinbruch hinab – auf uns zu! Was hatten wir ANGST! Verängstigt zogen wir uns Richtung Toilettenhäuschen zurück, dem einzigen befestigten "Gebäude" auf dem Lagerplatz. Plötzlich ertönte ein ganz anderes Geräusch, eine batteriebetriebene Flex kreischte und eine schemenhafte Gestalt felxte unser Lagerkreuz ab. Die Jungs hatten an einer Seilkonstruktion zwei Doppelglühbirnchen samt Kassettenspieler (wie schrieb man das noch?) an einer Seilkonstruktion den Abhang hintergelassen während ein anderer im Tarnanzug 'gen Lagerglocke vorrückte. Kurzum, der Angriff gelang. Aber: Am nächsten Morgen, kaum das es hell war, setzten wir den Eindringlingen nach und schnappten sie auch bald in ihrem schäbigen Waldversteck. Die Strafe, festgekettet am Lagerkreuz, erfolgte in Form von viiiiel Wasserfarbe, Mehl und Ketchup ;)
Deutschland geht es übrigens gut – anders kann ich mir diesen kilometerlangen
steuergeldervernichtenden hochaufwändigen
Krötenfangzaun an einer verlassenen, frisch erneuerten Landstraße im Taunus kaum erklären... Wobei, wenn ich mir Gesichten wie die von
U-Bahn-Umut anhöre ("Und Umut kam, hat Kamera gesehn, hat Schreck, ausgerutscht... und dann war von U-Bahn-Umut... war nur noch sein Name übrig.").
Ohwei.