Dienstag, 21. Oktober 2008
Berlin, Alter!
Nach einem ICE-Ritt über Leipzig mit nur unwesentlicher Verspätung zurück aus big bad Berlin, Alter.
Cachen, Alter: Insgesamt 25 (fünfundzwanzig) Dosen! Kleine Auswahl in der Berichterstattung: Lost Place in Stralsund, dem Ort der Auftaktveranstaltung. Dort mit "DR Kantine" eine verlassene Kantine der Reichsbahn vorgefunden. In Berlin lockte mich "Rapunzels Stellwerk" gleich zweimal unter Übersehen der Beschilderung (Symbolfoto) an einen interessanten Lost Place ebenfalls mit Bahnbezug. Der Tresorraum des Bonuses meines 300sten Caches war auch klasse :) Bei "Schloss Bellevue" wusste ich schon dass die in Sichtweite zusehenden Sicherheitsbehörden über mein Tun am Baum informiert sind. Am letzten Tag habe ich mit "Zollmauer" und "Berlin Bahnhof" auch zwei kleinere Terrainherausforderungen gemeistert. Beides mal galt: Sche*ss auf die Muggel (auch hinter der Kamera) - wie das halt so ist wenn der Cache auf einer Mauer zwischen einer vielbefahrenen Straße bzw. in der Brücke zum Hauptbahnhof liegt. Auch das Döslein in Petzow haben wir im Rahmen einer ausgedehnten Radtour um die Potsdamer Seen gefunden - und damit der Coin nach Mecklenburg-Vorpommern und Berlin auch Brandenburg als Bundesland zu schenken. Zwei Cacher habe ich im Rahmen der Touren auch kennengelernt. Natürlich musste ich auch manchen Cache ohne Erfolg zurücklassen: "Username" beispielsweise habe ich dreimal erfolglos angesteuert.
Essen, Alter (Auszug;)): Currywurst, Bouletten, Käsefondue und an der Küste auch mal Fisch.
Sightseeing, Alter: Reichstag, Kanzleramt, Bundestag, Brandenburger Tor, Hauptbahnhof, Flakturm Humboldtshain (natürlich auch von innen), Palast der Republik (die letzten Überreste), Holocaust-Mahnmal, Schloss Bellevue, Potsdamer Platz, und Gendarmenmarkt. Zudem die Halbsinsel Werder bei und das Pumpwerk in Potsdam sowie Marienkirche, Merkels Haus, Ozeaneum, der nächtliche Hafen in Stralsund, um nur einige zu nennen.
Und, immerhin, einmal gechillt, Alter ;)
Dazugelernte Wörter,Alter: Suizidverhinderungszaun, aber ungeschlagen: Unterschiedsbetrag (als Euphemismus und Substitut für "Aufpreis", im Regionalexpress nach Potsdam: "In der ersten Klasse können Sie bitte nur nach Ausgleich des Unterschiedsbetrages Platz nehmen" :o)
Beats: Vom Schwarz zu Blau (Alles Atzen, Alter!)
Das Tempo bleibt hoch, weiter geht's in das letzte Semester (und ich muss verschärft über das neue Jobangebot nachdenken!)...
Cachen, Alter: Insgesamt 25 (fünfundzwanzig) Dosen! Kleine Auswahl in der Berichterstattung: Lost Place in Stralsund, dem Ort der Auftaktveranstaltung. Dort mit "DR Kantine" eine verlassene Kantine der Reichsbahn vorgefunden. In Berlin lockte mich "Rapunzels Stellwerk" gleich zweimal unter Übersehen der Beschilderung (Symbolfoto) an einen interessanten Lost Place ebenfalls mit Bahnbezug. Der Tresorraum des Bonuses meines 300sten Caches war auch klasse :) Bei "Schloss Bellevue" wusste ich schon dass die in Sichtweite zusehenden Sicherheitsbehörden über mein Tun am Baum informiert sind. Am letzten Tag habe ich mit "Zollmauer" und "Berlin Bahnhof" auch zwei kleinere Terrainherausforderungen gemeistert. Beides mal galt: Sche*ss auf die Muggel (auch hinter der Kamera) - wie das halt so ist wenn der Cache auf einer Mauer zwischen einer vielbefahrenen Straße bzw. in der Brücke zum Hauptbahnhof liegt. Auch das Döslein in Petzow haben wir im Rahmen einer ausgedehnten Radtour um die Potsdamer Seen gefunden - und damit der Coin nach Mecklenburg-Vorpommern und Berlin auch Brandenburg als Bundesland zu schenken. Zwei Cacher habe ich im Rahmen der Touren auch kennengelernt. Natürlich musste ich auch manchen Cache ohne Erfolg zurücklassen: "Username" beispielsweise habe ich dreimal erfolglos angesteuert.
Essen, Alter (Auszug;)): Currywurst, Bouletten, Käsefondue und an der Küste auch mal Fisch.
Sightseeing, Alter: Reichstag, Kanzleramt, Bundestag, Brandenburger Tor, Hauptbahnhof, Flakturm Humboldtshain (natürlich auch von innen), Palast der Republik (die letzten Überreste), Holocaust-Mahnmal, Schloss Bellevue, Potsdamer Platz, und Gendarmenmarkt. Zudem die Halbsinsel Werder bei und das Pumpwerk in Potsdam sowie Marienkirche, Merkels Haus, Ozeaneum, der nächtliche Hafen in Stralsund, um nur einige zu nennen.
Und, immerhin, einmal gechillt, Alter ;)
Dazugelernte Wörter,
Beats: Vom Schwarz zu Blau (Alles Atzen, Alter!)
Das Tempo bleibt hoch, weiter geht's in das letzte Semester (und ich muss verschärft über das neue Jobangebot nachdenken!)...
Montag, 4. August 2008
Rund um die Bifertenhütte
Kurzes Wanderwochenende in den Glarner Alpen
Über Zürich ging es in das Graubündener Bergdorf Brigels, was bereits hoch über dem jungen Rhein thronte. Von Brigels aus lagen aber nochmal etliche Meter zur Hütte vor uns (schwarzer Punkt leicht links am Horizont über dem weißen Schornstein des Hauses) - zum Glück war der Fahrweg bis zum "Alp Quader" noch mit dem Auto befahrbar. Man muss dafür allerdings ~ 15 Minuten im ersten Gang fahren, ist etwas steil dort :o
Über saftige Wiesen stiegen wir dann auf in die Stille der Berge, nur unterbrochen vom Hubschrauber, der gerade unsere Hütte versorgte. Nach einer schweißtreibenden Weile rückte die Hütte näher und das Gelände wurde alpin. Wir hatten schon gewitzelt, dass der Hubschrauber die sehr kleine Hütte zwischenzeitlich vielleicht ins Tal geflogen hatte ;)
Der Hüttenwirt der Bifertenhütte begrüßte uns auf 2.482m, wies uns Schlafplätze im ca. 16 Schlafplätze bietenden Matratzenlager im "Dachgeschoss" zu und dann gab es nach einem Akklimisationsbierchen auch schon "Nachtessen", Suppe und Spaghetti.
Viel Schlaf gab es in der ersten Nacht nicht, die Höhe machte sich bemerkbar (erhöhter Ruhepuls, schnellere Atmung, leichter Kopfschmerz). Das Frühstück mit frisch gebackenen Brot war dann super lecker und es konnte losgehen: Auf Anregung des Hüttenwirts, der für den Nachmittag vor einem Wetterumschwung mit Gewitter und Regen warnte, brachen wir in Richtung Bifertenstock auf, um dessen Vorgipfel - hier rechts im Bild - zu besteigen. Sollte dies mein erster, ganz unerwarteter 3000er werden?
Es gab keinen markierten Pfad und in der Karte war auch kein Weg eingezeichnet, so ging es durch weitgehend wegloses Terrain immer hinauf 'gen Westen. Hin und wieder deutete uns glücklicherweise ein Steinmännli den Weg. Anfangs hatten wir noch tolle Ausblicke auf die hochalpine Umgebung, jedoch zogen Wolken auf. Ich ließ vorsorglich unseren Weg durch das GPS aufzeichnen, um auch bei Nullsicht sicher zurück zur Hütte zu finden. Das Gelände war zwar nicht sonderlich ausgesetzt, aber dennoch gab es nur wenige Meter neben dem Pfad viele Möglichkeiten, sein Leben zu beenden.
Durch eine beeindruckende schiefergraue Mondlandschaft ging es über den steilen Rücken munter hinauf. Den Einstieg in den wohl atemberaubenden "Bänderweg", der dann auf den Bifertenstock führt, erreichten wir zusammen mit nun dichten Wolken. Zeit für eine Rast! Mit meinem Bruder wagte ich mich die letzten Höhenmeter hinauf zum Gipfel, kurz gaben Wolken den Blick hinauf zu uns und hinab zu den anderen frei. Oben angekommen, war die Sicht dann wieder weg - egal, mein erster 3000er. Leider namenlos, laut Karte Punkt 3.096, wobei mein GPS 3.144 Meter anzeigte.
Der Abstieg
Die Gipfelrast wurde von Donnergrollen jäh unterbrochen. Sofort stiegen wir ab zur Hütte, wo es dann auch unmittelbar nach unserer Rückkehr zu regnen anfing. Das anschließende hefige Wetter, Nullsicht, Gewitter, starker Wind und Regen, saßen wir gemütlich in der Hütte aus. Aus der Küche zogen schon leckere Düfte heran - zum Nationalfeiertag tischte der Hüttenwirt richtig auf!! Suppe, Kartoffelbrei, zartes Rinder- und Schweinegeschnetzeltes, Bohnen und Paprikagemüse (hieß auf schweizerisch alles gaaanz anders). Zum Nachtisch gab es dann vom Hubschrauber eingeflogene Tiramisu und Karamellcreme. Von allem soviel Nachschlag, wie die übernachtenden hungrigen Bergwanderer verzehren konnten - super! Die Rückfront zog rechtzeitig mit Einbruch der Dunkelheit durch, so dass die Schweizer noch etwas Feuerwerk abbrennen konnten. Im Tal konnte man zahlreiche Höhenfeuer erspähen. Wir hatten wirklich Glück, dass wir zufällig an diesem besonderen Tag auf der Hütte waren!
Am nächsten Morgen versprach der Blick durch das (einzige) Fenster im Nachtlager - was zugleich auch den Notausgang darstellte, wer da wohl alles stecken bleiben würde - allerfeinstes Wetter. Trotz der Höhe war es in der Morgensonne angenehm warm und die Morgenwäsche "in" der offiziellen sanitären Einrichtung (ergänzt durch das neue "Schisshüttli" mit sensationellem Ausblick!) war ein eiskalter Genuß.
Nach Frühstück und zusammenpacken marschierten wir ab in Richtung Muttsee, dessen Hütte nach einem Seilbahnunglück allerdings geschlossen war. Über den Kistenpass erreichten wir die an schattigen Schutthängen verborgen steil über dem Limmertensee liegende Kistenpasshütte. Diese Hütte war wirklich sehr rustikal und hatte nicht mal fließendes Eiswasser, dafür aber Besuch von Bikern :o Der Blick auf den Tödi war grandios! Nach einigen Passagen, die wieder Aufmerksamkeit erforderten, gab es weniger später mit Blick auf den Muttsee eine Brotzeit - da die Wolken über dem hinter uns liegenden Grat standen, war es so kalt, dass wir anschließend wieder Richtung sonnigen Kistenpass umkehrten und noch viele Steinböcke sahen.
Eine sonnige Genußwanderung zurück zum Auto schloss diese tolle, wenngleich auch viel zu kurze Wanderung ab.
Auf dem Heimweg kurz vor Zürich steuerte ich dann noch einen T5-Cache an, den ich aber aufgrund der Wassermassen vorsichtshalber nicht hob. Er lag einige Meter tief in einem vertikalen, dunklen Tunnel, durch den der Wasserfall hinab stürzte, und ich hätte hinab und wieder hinauf gemusst... Über Schaffhausen und Stuttgart düsten wir staufrei zurück nach Hause.
Fazit: Super! Schöne kleine Hütte, gastfreundlicher Hüttenwart, nette Schweizer, grandiose, einsame Berglandschaft.
Über Zürich ging es in das Graubündener Bergdorf Brigels, was bereits hoch über dem jungen Rhein thronte. Von Brigels aus lagen aber nochmal etliche Meter zur Hütte vor uns (schwarzer Punkt leicht links am Horizont über dem weißen Schornstein des Hauses) - zum Glück war der Fahrweg bis zum "Alp Quader" noch mit dem Auto befahrbar. Man muss dafür allerdings ~ 15 Minuten im ersten Gang fahren, ist etwas steil dort :o
Über saftige Wiesen stiegen wir dann auf in die Stille der Berge, nur unterbrochen vom Hubschrauber, der gerade unsere Hütte versorgte. Nach einer schweißtreibenden Weile rückte die Hütte näher und das Gelände wurde alpin. Wir hatten schon gewitzelt, dass der Hubschrauber die sehr kleine Hütte zwischenzeitlich vielleicht ins Tal geflogen hatte ;)
Der Hüttenwirt der Bifertenhütte begrüßte uns auf 2.482m, wies uns Schlafplätze im ca. 16 Schlafplätze bietenden Matratzenlager im "Dachgeschoss" zu und dann gab es nach einem Akklimisationsbierchen auch schon "Nachtessen", Suppe und Spaghetti.
Viel Schlaf gab es in der ersten Nacht nicht, die Höhe machte sich bemerkbar (erhöhter Ruhepuls, schnellere Atmung, leichter Kopfschmerz). Das Frühstück mit frisch gebackenen Brot war dann super lecker und es konnte losgehen: Auf Anregung des Hüttenwirts, der für den Nachmittag vor einem Wetterumschwung mit Gewitter und Regen warnte, brachen wir in Richtung Bifertenstock auf, um dessen Vorgipfel - hier rechts im Bild - zu besteigen. Sollte dies mein erster, ganz unerwarteter 3000er werden?
Es gab keinen markierten Pfad und in der Karte war auch kein Weg eingezeichnet, so ging es durch weitgehend wegloses Terrain immer hinauf 'gen Westen. Hin und wieder deutete uns glücklicherweise ein Steinmännli den Weg. Anfangs hatten wir noch tolle Ausblicke auf die hochalpine Umgebung, jedoch zogen Wolken auf. Ich ließ vorsorglich unseren Weg durch das GPS aufzeichnen, um auch bei Nullsicht sicher zurück zur Hütte zu finden. Das Gelände war zwar nicht sonderlich ausgesetzt, aber dennoch gab es nur wenige Meter neben dem Pfad viele Möglichkeiten, sein Leben zu beenden.
Durch eine beeindruckende schiefergraue Mondlandschaft ging es über den steilen Rücken munter hinauf. Den Einstieg in den wohl atemberaubenden "Bänderweg", der dann auf den Bifertenstock führt, erreichten wir zusammen mit nun dichten Wolken. Zeit für eine Rast! Mit meinem Bruder wagte ich mich die letzten Höhenmeter hinauf zum Gipfel, kurz gaben Wolken den Blick hinauf zu uns und hinab zu den anderen frei. Oben angekommen, war die Sicht dann wieder weg - egal, mein erster 3000er. Leider namenlos, laut Karte Punkt 3.096, wobei mein GPS 3.144 Meter anzeigte.
Der Abstieg
verlief problemlos unter wir erreichten dabei wieder die Wolkenuntergrenze und Blick auf den unerreichbar tief unter uns liegenden Limmerten(stau)see, und wir entschieden uns daher, auf dem Rückweg noch den Hausberg der Hütte, das Kistenstöckli, zu ersteigen. Im Dunst ragte es beim Anmarsch recht
unnahbar und bröckelig auf. Der Aufstieg erforderte dann auch etwas Aufmerksamkeit, Ketten entschärften einige kritischeren Stellen. Schneller als gedacht standen wir dann auf dem etwas surreal wirkenden Gipfelplateau (2.745m) mit vielen Steinmännern. Am Gipfelbuch huschte dann eine Gipfelmaus keck herbei und holte sich etwas Gipfelzoll. Ich ging den von uns spontan "Laufsteg" genannten Westgrat des Gipfels vor und fotografierte zurück :)Die Gipfelrast wurde von Donnergrollen jäh unterbrochen. Sofort stiegen wir ab zur Hütte, wo es dann auch unmittelbar nach unserer Rückkehr zu regnen anfing. Das anschließende hefige Wetter, Nullsicht, Gewitter, starker Wind und Regen, saßen wir gemütlich in der Hütte aus. Aus der Küche zogen schon leckere Düfte heran - zum Nationalfeiertag tischte der Hüttenwirt richtig auf!! Suppe, Kartoffelbrei, zartes Rinder- und Schweinegeschnetzeltes, Bohnen und Paprikagemüse (hieß auf schweizerisch alles gaaanz anders). Zum Nachtisch gab es dann vom Hubschrauber eingeflogene Tiramisu und Karamellcreme. Von allem soviel Nachschlag, wie die übernachtenden hungrigen Bergwanderer verzehren konnten - super! Die Rückfront zog rechtzeitig mit Einbruch der Dunkelheit durch, so dass die Schweizer noch etwas Feuerwerk abbrennen konnten. Im Tal konnte man zahlreiche Höhenfeuer erspähen. Wir hatten wirklich Glück, dass wir zufällig an diesem besonderen Tag auf der Hütte waren!
Am nächsten Morgen versprach der Blick durch das (einzige) Fenster im Nachtlager - was zugleich auch den Notausgang darstellte, wer da wohl alles stecken bleiben würde - allerfeinstes Wetter. Trotz der Höhe war es in der Morgensonne angenehm warm und die Morgenwäsche "in" der offiziellen sanitären Einrichtung (ergänzt durch das neue "Schisshüttli" mit sensationellem Ausblick!) war ein eiskalter Genuß.
Nach Frühstück und zusammenpacken marschierten wir ab in Richtung Muttsee, dessen Hütte nach einem Seilbahnunglück allerdings geschlossen war. Über den Kistenpass erreichten wir die an schattigen Schutthängen verborgen steil über dem Limmertensee liegende Kistenpasshütte. Diese Hütte war wirklich sehr rustikal und hatte nicht mal fließendes Eiswasser, dafür aber Besuch von Bikern :o Der Blick auf den Tödi war grandios! Nach einigen Passagen, die wieder Aufmerksamkeit erforderten, gab es weniger später mit Blick auf den Muttsee eine Brotzeit - da die Wolken über dem hinter uns liegenden Grat standen, war es so kalt, dass wir anschließend wieder Richtung sonnigen Kistenpass umkehrten und noch viele Steinböcke sahen.
Eine sonnige Genußwanderung zurück zum Auto schloss diese tolle, wenngleich auch viel zu kurze Wanderung ab.
Auf dem Heimweg kurz vor Zürich steuerte ich dann noch einen T5-Cache an, den ich aber aufgrund der Wassermassen vorsichtshalber nicht hob. Er lag einige Meter tief in einem vertikalen, dunklen Tunnel, durch den der Wasserfall hinab stürzte, und ich hätte hinab und wieder hinauf gemusst... Über Schaffhausen und Stuttgart düsten wir staufrei zurück nach Hause.
Fazit: Super! Schöne kleine Hütte, gastfreundlicher Hüttenwart, nette Schweizer, grandiose, einsame Berglandschaft.
Dienstag, 17. Juni 2008
Nordgesichter der Tatra
Ich falle zurück mit den Berichten. Verflixt. Schnell das letzte Wanderwochenende nachberichtet:
Tour 13.-15.06.:
Freitag: Krakau - Zakopane - Hala Murowaniec
Samstag: Kasprowy Wierch - Swinica (2.301m) - Hala Murowaniec
Sonntag: Krzyzne (2.112m) - Wielki Staw Polski - Polana Palencia - Zakopane - Krakau
Freitag nachmittag, im üblichen Wochenendverkehrschaos ging es nach Zakopane. Ankunft gg. 19:30 Uhr. Der erhoffte Minibus zum Waldrand war das letzte Mal vor drei Stunden gefahren, also wanderten wir direkt ab Busbahnhof los. Es regnete in Strömen, der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Wir fühlten uns wie die Turtels :)
In der Dämmerung erreichten wir die verlassen darliegende Talstation des Liftes, von wo aus unser Pfad zur Hütte startete. Schnell erreichten waren wir in den Wolken. Es regnete kontinuierlich und heftig. Unter leisem Gebimmel meiner Bärenglocke (die meinen italienischen Kommilitonen sichtlich erheiterte: "You Germans are really strange. Always prepared for everything! I even never heard of something like this!" Er hat das Glöckchen anschließend immer "Bear Belly" genannt :D) ging es munter den Berg hinauf.
Die letzte halbe Stunde war es dann bereits dunkel und wir waren froh, kurz vor 22 Uhr die Hütte zu erreichen. Die Hütte war rappelvoll und an jedem erdenklichen Haken, Heizkörper etc hingen Sachen zum trocknen. Es roch wie im Pumakäfig... Den Luxus (!!) der heißen Dusche konnte ich bei laut prasselnden Regen genießen!
Samstag: Nach dem Frühstück unterbreiteten wir dem Mädel an der "Rezeption" unseren Tourplan (Orla Perc von Zawrat zu den Granaty) und fragten nach der Wettervorhersage. Ihre Antwort: "Ohhh no, guys! You really can't do this. The night was to cold - the rocks are icy. Don't try it. Yesterday the rescue team had to get people out of there." Der Plan wurde also etwas umgestaltet :) Der Aufstieg auf den Hauptkamm ging rasch von statten. Bereits vor 10 Uhr standen wir auf dem Kasprowy Wierch. Es war so kalt, dass wir Handschuhe anziehen mussten, die Flora trug Eispanzer. Wir folgten dem Kamm Richtung Osten und waren von nun an ganz alleine. Nach einiger Zeit kam der Hinweis, von dem wir zwar nur "Aufpassen, sehr schwer" verstanden, es aber klar war, das der Spaß nun beginnen würde.
Der Aufstieg auf den (die?) Swinica verlief über die Südwand, was ein schneefreien Aufstieg ermöglichte. Exponierte Stellen waren mit Ketten gesichert, die wir wg. des leicht feuchten Fels teilweise gerne in Anspruch nahmen. Gegen 12 Uhr standen wir auf dem Gipfel, der - das scheint in Polen üblich zu sein - kein Gipfelkreuz hatte. Dafür hisste ich kurz die Fahne - was den Herren auf dem Gipfel einige Aussagen entlockte ;) Die Wolken rissen für einen Moment auf und gaben den Blick auf einen 450 Höhenmeter tieferliegenden See frei. Von der Ostseite waren bereits eine handvoll weiterer Wanderer aufstiegen. Wir fragten in hanebüchenen Sprachwirrwarr nach der Schneelage auf unserer geplanten Abstiegsroute und bekamen sehr heterogene Aussagen: Von "Impossible" über "Not recommended" und "Very difficult" hin zu "It's ok". Wir entschlossen uns, die Lage vor Ort zu sondieren und stiegen Richtung Zawrat / Osten ab. Der Abstieg war erneut mit einigen netten Kettenpassagen versehen.
An Zawrat angelangt bot sich ein alles als andere als einladendes Bild! Und ratet mal, welche Seite wir runter wollten... Da aber just in dem Moment zwei Polen ohne besondere Ausrüstung aus dem Nebel erschienen, gab ich grünes Licht und stapfte hinab, wohlwissend das es bergab schwieriger als bergauf ist. Kurz darauf folgte die Schlüsselstelle der gesamten Tour: Diese vielleicht 50 Schritte habe ich sehr, sehr, sehr spokojne gesetzt. Innere Stabilität bis in die Haarspitzen, 100% Konzentration, immer nur ein Körperteil bewegen, wenn alles andere ruht. Alberto ist vor mir durch - mit dem kleinen Unterschied, dass er Steigeisen unter seiner Vibramsohle hatte.
Links ging die Schneerinne mit diesem Gefälle laut Karte 380 Höhenmeter bis zum nächsten See herunter. Gut, dass die Sichtweite keine 50 Meter betrug.
Auf der anderen Seite sahen mir zwei aufsteigende Wanderer aufmerksam zu, movierten mich in irgendeiner Sprache (tschechisch?) und hielten sich dabei an ihren Eispickeln fest, die sie tief in den Schnee gerammt hatten... Ein eindrucksvoller Moment, sicherlich nicht sonderlich wiederholungswürdig - aber nunja ;)
In weiteren Verlauf des Abstiegs folgten nette Kettenpassagen und weitere Schneefelder. Eines stiegen wir im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen und Füßen ab, wie ein Leiter im Schnee. Andere Felder waren wenig steil, aber so ausgedehnt, dass die Orientierung nur anhand der Steigspur möglich war. Später waren wir dann wieder so entspannt, dass wir während Schneerinnen-Querungen wieder Fotos machen ;) Ein paar Kraxelstellen waren auch ganz nach unserem Geschmack.
Als wir aus den Wolken kamen, kam uns ein Pärchen entgegen, das Mädel hatte trotz des Terrains Sneakers an. Unsere Einschätzung der Lage haben wir trotz bescheidener polnischer Kenntnisse klar kommuniziert...
Der restliche Weg zurück zur Hütte war kein Problem und sehr schön. Der untere See, der vor zwei Wochen noch voller Eisschollen war, war nun eisfrei. Abends dann schön vollgefuttert bei ein, zwei Piwo auf der Hütte gechillt, UND wir konnten sogar Fussball schauen! Top Hütte!
Sonntag:
Nach dem üblichen Rühreifrühstück ging es los Richtung Krzyzne, die Temperatur auf 1.500 betrug 8 Grad. Wir waren ganz alleine in grandioser Natur. Zunächst durch ein Tal, dann hinauf durch ausgedehnte Krüppelkieferfelder und schließlich erreichten wir das Tal, durch dessen Ende wir auf die andere Seiten gelangen wollten. Angesichts des Panoramas konsultierten wir etwas skeptisch die Karten und vertrauten auf die dort vermerkten, machbaren Schwierigkeitsgrade. Der Aufstieg forderte dann zwar etwas Kondition und Konzentration, war aber vergleichsweise kein Thema.
Die letzten 200 Höhenmeter stiegen wir im Hagelschauer auf, auch auf dem Sattel (2.112m) lud das Wetter nicht im Ansatz zum Verweilen ein. Wir trafen einen weiteren Wanderer, mit dem wir schnell nach Südosten abstiegen - es war sehr kalt. Der Hagel wurde bald schwächer und wir erahnten, wie schön der Blick ohne Wolken sein müsste...
Die Hütte mit dem warmen Essen lag in Sichtweite (vor linkem See), wir gaben durch Kit. Gegen 12:45 Uhr erreichten wir die pittoresk liegende Hütte und waren im Warmen. Was war die Suppe lecker. Und der Kuchen erst, hmmm ;)
Nach einem Blick zurück ins "Tal der fünf Seen" ging es rasch hinab in das darunter liegende, bewaldete Tal, vorbei am 70m-Wasserfall, den wir sogar oben im Hagel haben rauschen hören. Auf Wanderautobahnen huschten die Kilometer nur so an uns vorbei, auch das "Tal", durch das wir vorher herunter kamen, konnten wir nun hinaufsehen. Um vier Uhr erreichten wir den Parkplatz unterhalb der Morski Oko-Fahrstraße und nahmen den erstbesten Minibus. In heftigem Geschüttel und der üblichen Überladung holperten wir 35 Minuten hinab nach Zakopane. Wie erwartet stand ein Bus nach Krakau bereits mit laufenden Motor am Busbahhof - das ist hier echt klasse, alle paar Minuten geht da ein Bus. 12 Zloty nach Krakau (der Minibus hat acht gekostet)! Um halb acht waren wir dann wieder in der Großstadt. Die hat auch ihre Tücken - hier verschwinden z.B. Zebrastreifen im Nirgendwo...
Fazit: Top Tour! Wetter mittelprächtig, Stimmung super, gute Herausforderungen.
PS: Der Rysy wartet - aber nicht mehr lange: Mein Schlafplatz (16er Schlafsaal, yieha!) in der Hütte am Morski Oko ist schon reserviert, und nach einiger Suche in weitgehend allen Outdoorläden Krakaus habe ich einen vertrauenserweckenden Eispickel erworben. Schneefelder werden nun weggefrühstückt ;) Jetzt muss nur noch die Wettervorhersage für Donnerstag bis Samstag eintreffen :)
PPS: Das gestrige Spiel haben wir in der Irish Embassy (Sportkneipe) gesehen, direkt nebem dem dt. Generalkonsulat. Kein Problem, alle Deutschen waren aber wieder inkognito da!
Tour 13.-15.06.:
Freitag: Krakau - Zakopane - Hala Murowaniec
Samstag: Kasprowy Wierch - Swinica (2.301m) - Hala Murowaniec
Sonntag: Krzyzne (2.112m) - Wielki Staw Polski - Polana Palencia - Zakopane - Krakau
Freitag nachmittag, im üblichen Wochenendverkehrschaos ging es nach Zakopane. Ankunft gg. 19:30 Uhr. Der erhoffte Minibus zum Waldrand war das letzte Mal vor drei Stunden gefahren, also wanderten wir direkt ab Busbahnhof los. Es regnete in Strömen, der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Wir fühlten uns wie die Turtels :)
In der Dämmerung erreichten wir die verlassen darliegende Talstation des Liftes, von wo aus unser Pfad zur Hütte startete. Schnell erreichten waren wir in den Wolken. Es regnete kontinuierlich und heftig. Unter leisem Gebimmel meiner Bärenglocke (die meinen italienischen Kommilitonen sichtlich erheiterte: "You Germans are really strange. Always prepared for everything! I even never heard of something like this!" Er hat das Glöckchen anschließend immer "Bear Belly" genannt :D) ging es munter den Berg hinauf.
Die letzte halbe Stunde war es dann bereits dunkel und wir waren froh, kurz vor 22 Uhr die Hütte zu erreichen. Die Hütte war rappelvoll und an jedem erdenklichen Haken, Heizkörper etc hingen Sachen zum trocknen. Es roch wie im Pumakäfig... Den Luxus (!!) der heißen Dusche konnte ich bei laut prasselnden Regen genießen!
Samstag: Nach dem Frühstück unterbreiteten wir dem Mädel an der "Rezeption" unseren Tourplan (Orla Perc von Zawrat zu den Granaty) und fragten nach der Wettervorhersage. Ihre Antwort: "Ohhh no, guys! You really can't do this. The night was to cold - the rocks are icy. Don't try it. Yesterday the rescue team had to get people out of there." Der Plan wurde also etwas umgestaltet :) Der Aufstieg auf den Hauptkamm ging rasch von statten. Bereits vor 10 Uhr standen wir auf dem Kasprowy Wierch. Es war so kalt, dass wir Handschuhe anziehen mussten, die Flora trug Eispanzer. Wir folgten dem Kamm Richtung Osten und waren von nun an ganz alleine. Nach einiger Zeit kam der Hinweis, von dem wir zwar nur "Aufpassen, sehr schwer" verstanden, es aber klar war, das der Spaß nun beginnen würde.
Der Aufstieg auf den (die?) Swinica verlief über die Südwand, was ein schneefreien Aufstieg ermöglichte. Exponierte Stellen waren mit Ketten gesichert, die wir wg. des leicht feuchten Fels teilweise gerne in Anspruch nahmen. Gegen 12 Uhr standen wir auf dem Gipfel, der - das scheint in Polen üblich zu sein - kein Gipfelkreuz hatte. Dafür hisste ich kurz die Fahne - was den Herren auf dem Gipfel einige Aussagen entlockte ;) Die Wolken rissen für einen Moment auf und gaben den Blick auf einen 450 Höhenmeter tieferliegenden See frei. Von der Ostseite waren bereits eine handvoll weiterer Wanderer aufstiegen. Wir fragten in hanebüchenen Sprachwirrwarr nach der Schneelage auf unserer geplanten Abstiegsroute und bekamen sehr heterogene Aussagen: Von "Impossible" über "Not recommended" und "Very difficult" hin zu "It's ok". Wir entschlossen uns, die Lage vor Ort zu sondieren und stiegen Richtung Zawrat / Osten ab. Der Abstieg war erneut mit einigen netten Kettenpassagen versehen.
An Zawrat angelangt bot sich ein alles als andere als einladendes Bild! Und ratet mal, welche Seite wir runter wollten... Da aber just in dem Moment zwei Polen ohne besondere Ausrüstung aus dem Nebel erschienen, gab ich grünes Licht und stapfte hinab, wohlwissend das es bergab schwieriger als bergauf ist. Kurz darauf folgte die Schlüsselstelle der gesamten Tour: Diese vielleicht 50 Schritte habe ich sehr, sehr, sehr spokojne gesetzt. Innere Stabilität bis in die Haarspitzen, 100% Konzentration, immer nur ein Körperteil bewegen, wenn alles andere ruht. Alberto ist vor mir durch - mit dem kleinen Unterschied, dass er Steigeisen unter seiner Vibramsohle hatte.
Links ging die Schneerinne mit diesem Gefälle laut Karte 380 Höhenmeter bis zum nächsten See herunter. Gut, dass die Sichtweite keine 50 Meter betrug.
Auf der anderen Seite sahen mir zwei aufsteigende Wanderer aufmerksam zu, movierten mich in irgendeiner Sprache (tschechisch?) und hielten sich dabei an ihren Eispickeln fest, die sie tief in den Schnee gerammt hatten... Ein eindrucksvoller Moment, sicherlich nicht sonderlich wiederholungswürdig - aber nunja ;)
In weiteren Verlauf des Abstiegs folgten nette Kettenpassagen und weitere Schneefelder. Eines stiegen wir im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen und Füßen ab, wie ein Leiter im Schnee. Andere Felder waren wenig steil, aber so ausgedehnt, dass die Orientierung nur anhand der Steigspur möglich war. Später waren wir dann wieder so entspannt, dass wir während Schneerinnen-Querungen wieder Fotos machen ;) Ein paar Kraxelstellen waren auch ganz nach unserem Geschmack.
Als wir aus den Wolken kamen, kam uns ein Pärchen entgegen, das Mädel hatte trotz des Terrains Sneakers an. Unsere Einschätzung der Lage haben wir trotz bescheidener polnischer Kenntnisse klar kommuniziert...
Der restliche Weg zurück zur Hütte war kein Problem und sehr schön. Der untere See, der vor zwei Wochen noch voller Eisschollen war, war nun eisfrei. Abends dann schön vollgefuttert bei ein, zwei Piwo auf der Hütte gechillt, UND wir konnten sogar Fussball schauen! Top Hütte!
Sonntag:
Nach dem üblichen Rühreifrühstück ging es los Richtung Krzyzne, die Temperatur auf 1.500 betrug 8 Grad. Wir waren ganz alleine in grandioser Natur. Zunächst durch ein Tal, dann hinauf durch ausgedehnte Krüppelkieferfelder und schließlich erreichten wir das Tal, durch dessen Ende wir auf die andere Seiten gelangen wollten. Angesichts des Panoramas konsultierten wir etwas skeptisch die Karten und vertrauten auf die dort vermerkten, machbaren Schwierigkeitsgrade. Der Aufstieg forderte dann zwar etwas Kondition und Konzentration, war aber vergleichsweise kein Thema.
Link: sevenload.com
Die letzten 200 Höhenmeter stiegen wir im Hagelschauer auf, auch auf dem Sattel (2.112m) lud das Wetter nicht im Ansatz zum Verweilen ein. Wir trafen einen weiteren Wanderer, mit dem wir schnell nach Südosten abstiegen - es war sehr kalt. Der Hagel wurde bald schwächer und wir erahnten, wie schön der Blick ohne Wolken sein müsste...
Die Hütte mit dem warmen Essen lag in Sichtweite (vor linkem See), wir gaben durch Kit. Gegen 12:45 Uhr erreichten wir die pittoresk liegende Hütte und waren im Warmen. Was war die Suppe lecker. Und der Kuchen erst, hmmm ;)
Nach einem Blick zurück ins "Tal der fünf Seen" ging es rasch hinab in das darunter liegende, bewaldete Tal, vorbei am 70m-Wasserfall, den wir sogar oben im Hagel haben rauschen hören. Auf Wanderautobahnen huschten die Kilometer nur so an uns vorbei, auch das "Tal", durch das wir vorher herunter kamen, konnten wir nun hinaufsehen. Um vier Uhr erreichten wir den Parkplatz unterhalb der Morski Oko-Fahrstraße und nahmen den erstbesten Minibus. In heftigem Geschüttel und der üblichen Überladung holperten wir 35 Minuten hinab nach Zakopane. Wie erwartet stand ein Bus nach Krakau bereits mit laufenden Motor am Busbahhof - das ist hier echt klasse, alle paar Minuten geht da ein Bus. 12 Zloty nach Krakau (der Minibus hat acht gekostet)! Um halb acht waren wir dann wieder in der Großstadt. Die hat auch ihre Tücken - hier verschwinden z.B. Zebrastreifen im Nirgendwo...
Fazit: Top Tour! Wetter mittelprächtig, Stimmung super, gute Herausforderungen.
PS: Der Rysy wartet - aber nicht mehr lange: Mein Schlafplatz (16er Schlafsaal, yieha!) in der Hütte am Morski Oko ist schon reserviert, und nach einiger Suche in weitgehend allen Outdoorläden Krakaus habe ich einen vertrauenserweckenden Eispickel erworben. Schneefelder werden nun weggefrühstückt ;) Jetzt muss nur noch die Wettervorhersage für Donnerstag bis Samstag eintreffen :)
PPS: Das gestrige Spiel haben wir in der Irish Embassy (Sportkneipe) gesehen, direkt nebem dem dt. Generalkonsulat. Kein Problem, alle Deutschen waren aber wieder inkognito da!
Dienstag, 10. Juni 2008
Gratwanderung in der nördlichen Tatra
***Nachbericht. Etwas weniger Fotos als sonst, die Zeit ist knapp, das Paper muss zum Prof. Viel Spaß!***
Samstag, 31.05., Abfahrt Busbahnhof Krakau mit dem Bus um 7:20 Uhr. Fahrtpreis 12 Zloty (~ 3,50 Euro) für die 110 km. Obwohl nur drei Stops eingelegt werden, dauert die Fahrt 2:15 Minunten. In Zakopane orientiere ich mich gleich nach GPS, liegt der erste Cache doch nur ca. 3 km außerhalb der Stadt und sechs Kilometer vom Drop-off-Punkt. In dem ganzen Touri-Gewusel finde ich erst nach bald halbstündiger Suche einen richtigen Bäcker für die Tour-Verpflegung. Von den ganzen Menschenmassen leicht angenervt marschiere ich entlang netter Autos (sicherlich hat der Fahrer ein Restaurant am Krakauer Rynek) Richtung Berg. Da alle Touristen offenbar nur per Minibus umherkutschiert werden - das mache ich nächstes Mal auch - ist nix ausgeschildert. Als ich am Ende einer Sackgasse einen Waldweg entdecke, entscheide ich, diesen unter allen Umständen zu nehmen. Das GPS meldet noch gut drei Kilometer bis zum Cache und die Richtung stimmt auch weitgehend.
Das enge Tal ist erstmal mit einer Schranke versehen, so ich 1,60 Zloty Eintritt entrichten darf. Mein Mitbewohner ruft derweil aus Gdansk (Danzig) an und fragt ob ich schon oben auf dem Berg sei. Der eine auf dem Berg, der andere am Meer, so muss das sein. Ich merke bald, dass ich wohl ein Tal zu weit östlich aufsteige, da in der Karte am Ende des Tales aber eine Verbindung nach Westen eingezeichnet ist, steige ich weiter auf. Im Schweiße meines Angesichts erreiche ich den überraschend felsigen Vorgipfel Sarnia Skala auf 1.374 Metern. Über mir türmen sich die Gewitterwolken massiv auf. Eine Schulklasse erreicht kurz nach mir den Gipfel. Ich schließe mich mit deren Bergführer kurz, der viele Auszeichnungen an seinem Rucksack trägt. Zum Glück spricht er etwas Englisch. Er bestätigt meine Wettereinschätzung und nach kurzem Aufzeigen meiner geplanten Route und einem abschätzenden Blick auf meinen Rucksack stuft er die reine Gehzeit bis zur Hütte auf ca. 4 Stunden ein. Es ist 12 Uhr, und meine Reservierung verfällt um 17 Uhr. UND ich muss ja unterwegs noch einen Abstecher machen, den Cache heben. Nach einer schnellen Stärkung und einem Foto, dass der Bergführer freundlicherweise macht, geht es also im schnellen Marsch steil hinab ins nächste Tal. Hmpf, chilliges Wandern ist anders. Natürlich grollt passend dazu der erste Donner durch die Stille des Waldes.
Der Wasserfall, in dessen Nähe der Cache liegen soll, ist durch eine für Busse geöffnete Fahrstraße mit Zakopane verbunden und entsprechend von Touristen überlaufen. Ich hasse es, unter so Umständen cachen zu müssen. Im engen Tal muss sich auch mein GPS neuer Generation um ein gutes Signal bemühen, zeigt dann aber klar in den Hang auf der RECHTEN Seite. Ich ramme die Stöcke in den Boden und steige ins Unterholz, kämpfe mich durch Nadelgewächse und Gestrüpp. Am Steilhang machen 10 Meter nach Süden, Norden etc viel aus. Ich finde - nichts. Währenddessen marschieren die Touristengruppen 20 Meter an mir vorbei. Entnervt, nassgeschwitzt und voller Tannennadeln gebe ich auf.
Am Wasserfall schaue ich nochmal in die Cachebeschreibung und erinnere mich, dass ich bei opencaching.pl am Vorabend noch ein bestimmtes Spoilerbild gesehen habe. Zusammen mit dem Hint gehe ich damit LINKS den Hang hoch und finde ich intuitiv die Box, 40 Meter entfernt der angegebenen Koordinaten. Die Muggel am Wasserfall sind zum Glück zu sehr mit ihrem Gruppenfoto beschäftigt. Schneller Log, Coin discovered, wieder verstecken, Müsliriegel zwischen die Zähne und schnell weg hier. 10 Minuten später bin ich wieder ganz alleine und ächze den Berg zum nächstem Kamm wieder hinauf, weiter nach Westen. Alldieweil grummelt es, allerdings noch in der Ferne.
Erneuter Abstieg ins nächste Tal, teilweise mit Bergwiesen. Ein polnisches Pärchen fotografiert mich vor der Bergkulisse. Auf der Halbhöhe komme ich schnell voran und steige nach einem weiteren Höhenkamm hinab ins "Dolina Koscielska", ein neun Kilometer langes und wohl sehr beliebtes Tal inkl. großes Höhle. Das Gewitter erwischt mich nun, unter Goretex verharre ich mitten in einer Schafherde unter einer Baumgruppe. Zum Glück bin ich nicht in exponiertem Gelände. Es kommt ordentlich was herunter, die Schafe bevorzugen den Weg hinab, darauf vertraue ich und folge artig. Es duftet ganz interessant :) Im vernebelten Tal kommen mir hunderte, ich möchte fast sagen: tausende Touris, bestenfalls in Turnschuhen, entgegen, alle patschnass. Ich bin der einzige, der den Weg hinaufgeht. Ein lustiges Gefühl - ich werde auch sehr skeptisch beäugt ;) Das Gewitter hat hier ordentlich gehagelt.
Auf dem guten Weg komme ich in Nebelschwaden rasch voran und erreiche fristgerecht um halb fünf die Hütte. Die dortige nette junge Frau entscheidet auf meine Frage auf polnisch, ob sie englisch spricht, dass ich doch offenbar gut polnisch könne. Verflixt. Nach etwas stammeln bekomme ich mein Bett, finde in der dusteren Hütte meine Stube und auch den Waschraum, wo man kalt oder kalt duschen kann. Es wundert mich, dass keine Eiswürfel aus der Dusche kommen... Immerhin hat die Hütte eine Dusche, ich bin zufrieden. Dann beginne ich, die Küche leer zu essen. Ein Genuß, insbesondere da es draußen als weiter gewittert. Es sind nur noch Übernachtungs-Wanderer da, höchstens 20 Leute. Mit zwei englischsprechenden Herren in gesetzten Alter komme ich ins Gespräch. Sie sind aus Wales und gehen hier ihrem Hobby des "Caving" nach. Der Ältere der beiden sagt mit verschmitzten Lächeln, dass ihn keine Versicherung mehr versichert, weil er ja schon lange keine 70 Jahre mehr ist. Die beiden zaubern, nachdem die Küche und damit der Bier-Supply um acht Uhr schließt, tatsächlich eine Glasflasche direktimportierten Whiskey aus dem Rucksack. Wahnsinn, da sind dann auch die nebenbei sitzenden Polen dabei ;)
Sonntag 01.06., wie geplant im Frühtau zu Berge! Es geht endlich weiter und der Vier-Sterne-Cache steht als nächstes auf der Agenda. Meinen Rucksack lasse ich 300 Höhenmeter vor dem Cache stehen, da der Weg eine Sackgasse darstellt, endet er doch an der slowakischen Grenze, und dort darf man erst ab dem 15.06. absteigen. Ich fluche ganz schön, denn der "Pfad" (und das ist schon ein Euphemismus) ist total von Krüppelkiefern überwuchert. Schon wieder nassgeschwitzt und leicht verkratzt erreiche ich gg. 10 Uhr den Sattel auf 1.685 Metern. Ich bin sehr auf den Cache gespannt, zu meinem Entsetzen zeigt der Pfeil im Schatzanzeigegerät aber genau auf die einzige, aber riesige Schneewehe auf der slowakischen Seite! Wenn der Cache darunter liegt, kann ich das direkt vergessen, dass ist mir klar.
Ich versuche mein Glück, und das Glück ist mit den Tüchtigen!!! Durch die Schneelast allerdings ist der Cache verklemmt und ich muss ganz schön buddeln, ruckeln und zerren bis ich die Box endlich in den Händen halte. Der letzte Fund ist im vergangenen Oktober datiert :) Ich befreie den Travel Bug, verstecke die Box wieder, mache ein Siegerfoto (mein Hemd trocknet die ganze Zeit und die Wechselsachen sind leider im entfernten Rucksack). Den Weg durch die Kiefern wieder hinab (erinnert mich etwas an eine Stelle der Mangfall-Tour), Rucksack aufgenommen und weiter geht es. Ich folge dem "grünen Pfad", der mich auf den Ciemniak bringen soll. In der nächsten guten Stunde treffe ich neben wilden Tieren nur auf zwei Wanderer, quere mit dem nötigen Respekt schneegefüllte Rinnen und genieße die Ruhe, die Luft und die famose Aussicht. Um 11:30 stehe ich kurz vor dem Gipfel. Der erste polnische 2.000er ist bezwungen. Ich erstatte per Handy Rapport an das deutsche HQ und beginne mit der Genuß-Wanderung auf dem Höhenzug, der zugleich auch die Grenze Polen-Slowakei bildet und einige Gipfel zwischen 1.980 und 2.105 Metern aufweist. Es ergeben sich tolle Ausblicke in alle Richtungen, nur die letzten Schneefelder und tierischer Kreuzungsverkehr auf dem langgezogenen Grat erfordern etwas Vorsicht, stellen aber kein Problem dar. Ich entschließe mich, nach Möglichkeit noch eine Nacht zu bleiben. Laut Karte liegen dazu zwei in Frage kommende Hütten auf dem Weg. Die erste "Hütte" entpuppt sich als reine Touri-Liftstation mit Restaurant - des Grauens, wenn auch mit schöner Aussicht! Zwei "Nationalparkwächter" frage ich, ob die nächste Hütte geöffnet und Schlafplätze hat, was bejaht wird. Ich werfe einen letzten Blick auf den Sattel, auf dem ich wenige Stunden zuvor den Cache gehoben hatte (Pfeil). Durch große Schneefelder an der Nordseite des Kammes steige ich bis auf 1.500 Meter ab, bekomme in der schön gelegenen Hütte direkt ein Bett, hier sogar Luxus: WARME DUSCHE, und dann esse ich mit meiner Bestellung wieder die Küche leer. Direkt nach Kaffee und Kuchen gibt es Ziel-Piwo (Paradies in Abendsonne!!) und dann Abendessen.
Der unfassbar blaue Abendhimmel lässt mir keine Ruhe, so dass ich noch eine Wegzehrung einstecke und in Kälteschutz zum "Czarny Staw", den "schwarzen Weiher" spaziere. Während der eisgefüllte See mein Bierchen rapide kühlt, knattert der Rettungshubschrauber aus Zakopane über mich in den Berg. Dies war das einzige menschliche Geräusch bis zum Sonnenuntergang, auf den ich entspannt "warte". Es ist fürwahr der friedvollste Ort, den ich in Polen erlebt habe.
Es wird dunkel, ich entsinne mich der Fauna und tingel mit meinen (gedimmten) 180 Lumen aus China und bimmelnder kanadischer Bärenglocke entspannt hinab zur Hütte.Gegen 22 Uhr bin ich in der Acht-Mann-Stube der letzte, der ins Bett steigt. Tatsächlich war ich übrigens der einzige Mann in der Stube und habe den Damen bestimmt gut was vorgeschnarcht ;)
Nach dem üblichen Jajecznica(Rührei)-Frühstück stelle ich fest, dass 02.06. und dies damit meine Klausur-Woche ist. Es hilft nichts, ich muss nach Krakau. Dabei lasse ich mir aber schön Zeit und nehme noch den kleinen Umweg über den Nosal gerne in Kauf, und geniesse letzte Tiefblicke. Unterwegs muss ich mehrfach erklären, dass die Hütte offen ist, dass es dort kaltes Bier gibt (beim Frühstück sehr früh am Tag haben einige, die danach mit Seil und Steigeisen in den Berg gezogen sind, erstmal ein großes Piwo gezischt - Polen!), dass nur noch wenig Schnee liegt etc. Soviel polnisch stammel ich in Krakau nicht. Zakopane, furchtbar. Ich haste durch, zum Glück hatte ich bei der Ankunft den Busbahnhof im GPS markiert. So Menschenmassen sind ein heftiger Kontrast zur Ruhe auf der Höhe und nichts für mich! Gegen 13 Uhr nehme ich einen Bus zurück nach Krakau. Der Busfahrer fährt aggro, aber nichts anderes bin ich gewöhnt. Ich glaube, er hat den schweren Diesel konstant im roten Bereich gefahren. Berg hoch, Überholverbot-Schild (mehr so für Autos, da für alle anderen größeren Fahrzeuge Überholen eigentlich per se entfällt), genau dann wird mit 3 km/h Unterschied erstmal der Bus von der Konkurrenz überholt, auf der Gegenfahrbahn der engen Landstraße, die sich den Berg hochschlängelt. Mein Leben war auf der ganzen Tour nicht mehr in Gefahr. Und der Bus hatte noch nicht mal Anschnallgurte.
Den polnischen Fatalismus voll verinnerlicht schloss ich aber entspannt vor mich hingrinsend die Augen und machte sie erst in Krakau wieder auf.
Welch toller Trip! Die Tatra, ein sehr beeindruckendes Gebirge. Ich komme wieder!
Samstag, 31.05., Abfahrt Busbahnhof Krakau mit dem Bus um 7:20 Uhr. Fahrtpreis 12 Zloty (~ 3,50 Euro) für die 110 km. Obwohl nur drei Stops eingelegt werden, dauert die Fahrt 2:15 Minunten. In Zakopane orientiere ich mich gleich nach GPS, liegt der erste Cache doch nur ca. 3 km außerhalb der Stadt und sechs Kilometer vom Drop-off-Punkt. In dem ganzen Touri-Gewusel finde ich erst nach bald halbstündiger Suche einen richtigen Bäcker für die Tour-Verpflegung. Von den ganzen Menschenmassen leicht angenervt marschiere ich entlang netter Autos (sicherlich hat der Fahrer ein Restaurant am Krakauer Rynek) Richtung Berg. Da alle Touristen offenbar nur per Minibus umherkutschiert werden - das mache ich nächstes Mal auch - ist nix ausgeschildert. Als ich am Ende einer Sackgasse einen Waldweg entdecke, entscheide ich, diesen unter allen Umständen zu nehmen. Das GPS meldet noch gut drei Kilometer bis zum Cache und die Richtung stimmt auch weitgehend.
Das enge Tal ist erstmal mit einer Schranke versehen, so ich 1,60 Zloty Eintritt entrichten darf. Mein Mitbewohner ruft derweil aus Gdansk (Danzig) an und fragt ob ich schon oben auf dem Berg sei. Der eine auf dem Berg, der andere am Meer, so muss das sein. Ich merke bald, dass ich wohl ein Tal zu weit östlich aufsteige, da in der Karte am Ende des Tales aber eine Verbindung nach Westen eingezeichnet ist, steige ich weiter auf. Im Schweiße meines Angesichts erreiche ich den überraschend felsigen Vorgipfel Sarnia Skala auf 1.374 Metern. Über mir türmen sich die Gewitterwolken massiv auf. Eine Schulklasse erreicht kurz nach mir den Gipfel. Ich schließe mich mit deren Bergführer kurz, der viele Auszeichnungen an seinem Rucksack trägt. Zum Glück spricht er etwas Englisch. Er bestätigt meine Wettereinschätzung und nach kurzem Aufzeigen meiner geplanten Route und einem abschätzenden Blick auf meinen Rucksack stuft er die reine Gehzeit bis zur Hütte auf ca. 4 Stunden ein. Es ist 12 Uhr, und meine Reservierung verfällt um 17 Uhr. UND ich muss ja unterwegs noch einen Abstecher machen, den Cache heben. Nach einer schnellen Stärkung und einem Foto, dass der Bergführer freundlicherweise macht, geht es also im schnellen Marsch steil hinab ins nächste Tal. Hmpf, chilliges Wandern ist anders. Natürlich grollt passend dazu der erste Donner durch die Stille des Waldes.
Der Wasserfall, in dessen Nähe der Cache liegen soll, ist durch eine für Busse geöffnete Fahrstraße mit Zakopane verbunden und entsprechend von Touristen überlaufen. Ich hasse es, unter so Umständen cachen zu müssen. Im engen Tal muss sich auch mein GPS neuer Generation um ein gutes Signal bemühen, zeigt dann aber klar in den Hang auf der RECHTEN Seite. Ich ramme die Stöcke in den Boden und steige ins Unterholz, kämpfe mich durch Nadelgewächse und Gestrüpp. Am Steilhang machen 10 Meter nach Süden, Norden etc viel aus. Ich finde - nichts. Währenddessen marschieren die Touristengruppen 20 Meter an mir vorbei. Entnervt, nassgeschwitzt und voller Tannennadeln gebe ich auf.
Am Wasserfall schaue ich nochmal in die Cachebeschreibung und erinnere mich, dass ich bei opencaching.pl am Vorabend noch ein bestimmtes Spoilerbild gesehen habe. Zusammen mit dem Hint gehe ich damit LINKS den Hang hoch und finde ich intuitiv die Box, 40 Meter entfernt der angegebenen Koordinaten. Die Muggel am Wasserfall sind zum Glück zu sehr mit ihrem Gruppenfoto beschäftigt. Schneller Log, Coin discovered, wieder verstecken, Müsliriegel zwischen die Zähne und schnell weg hier. 10 Minuten später bin ich wieder ganz alleine und ächze den Berg zum nächstem Kamm wieder hinauf, weiter nach Westen. Alldieweil grummelt es, allerdings noch in der Ferne.
Erneuter Abstieg ins nächste Tal, teilweise mit Bergwiesen. Ein polnisches Pärchen fotografiert mich vor der Bergkulisse. Auf der Halbhöhe komme ich schnell voran und steige nach einem weiteren Höhenkamm hinab ins "Dolina Koscielska", ein neun Kilometer langes und wohl sehr beliebtes Tal inkl. großes Höhle. Das Gewitter erwischt mich nun, unter Goretex verharre ich mitten in einer Schafherde unter einer Baumgruppe. Zum Glück bin ich nicht in exponiertem Gelände. Es kommt ordentlich was herunter, die Schafe bevorzugen den Weg hinab, darauf vertraue ich und folge artig. Es duftet ganz interessant :) Im vernebelten Tal kommen mir hunderte, ich möchte fast sagen: tausende Touris, bestenfalls in Turnschuhen, entgegen, alle patschnass. Ich bin der einzige, der den Weg hinaufgeht. Ein lustiges Gefühl - ich werde auch sehr skeptisch beäugt ;) Das Gewitter hat hier ordentlich gehagelt.
Auf dem guten Weg komme ich in Nebelschwaden rasch voran und erreiche fristgerecht um halb fünf die Hütte. Die dortige nette junge Frau entscheidet auf meine Frage auf polnisch, ob sie englisch spricht, dass ich doch offenbar gut polnisch könne. Verflixt. Nach etwas stammeln bekomme ich mein Bett, finde in der dusteren Hütte meine Stube und auch den Waschraum, wo man kalt oder kalt duschen kann. Es wundert mich, dass keine Eiswürfel aus der Dusche kommen... Immerhin hat die Hütte eine Dusche, ich bin zufrieden. Dann beginne ich, die Küche leer zu essen. Ein Genuß, insbesondere da es draußen als weiter gewittert. Es sind nur noch Übernachtungs-Wanderer da, höchstens 20 Leute. Mit zwei englischsprechenden Herren in gesetzten Alter komme ich ins Gespräch. Sie sind aus Wales und gehen hier ihrem Hobby des "Caving" nach. Der Ältere der beiden sagt mit verschmitzten Lächeln, dass ihn keine Versicherung mehr versichert, weil er ja schon lange keine 70 Jahre mehr ist. Die beiden zaubern, nachdem die Küche und damit der Bier-Supply um acht Uhr schließt, tatsächlich eine Glasflasche direktimportierten Whiskey aus dem Rucksack. Wahnsinn, da sind dann auch die nebenbei sitzenden Polen dabei ;)
Sonntag 01.06., wie geplant im Frühtau zu Berge! Es geht endlich weiter und der Vier-Sterne-Cache steht als nächstes auf der Agenda. Meinen Rucksack lasse ich 300 Höhenmeter vor dem Cache stehen, da der Weg eine Sackgasse darstellt, endet er doch an der slowakischen Grenze, und dort darf man erst ab dem 15.06. absteigen. Ich fluche ganz schön, denn der "Pfad" (und das ist schon ein Euphemismus) ist total von Krüppelkiefern überwuchert. Schon wieder nassgeschwitzt und leicht verkratzt erreiche ich gg. 10 Uhr den Sattel auf 1.685 Metern. Ich bin sehr auf den Cache gespannt, zu meinem Entsetzen zeigt der Pfeil im Schatzanzeigegerät aber genau auf die einzige, aber riesige Schneewehe auf der slowakischen Seite! Wenn der Cache darunter liegt, kann ich das direkt vergessen, dass ist mir klar.
Ich versuche mein Glück, und das Glück ist mit den Tüchtigen!!! Durch die Schneelast allerdings ist der Cache verklemmt und ich muss ganz schön buddeln, ruckeln und zerren bis ich die Box endlich in den Händen halte. Der letzte Fund ist im vergangenen Oktober datiert :) Ich befreie den Travel Bug, verstecke die Box wieder, mache ein Siegerfoto (mein Hemd trocknet die ganze Zeit und die Wechselsachen sind leider im entfernten Rucksack). Den Weg durch die Kiefern wieder hinab (erinnert mich etwas an eine Stelle der Mangfall-Tour), Rucksack aufgenommen und weiter geht es. Ich folge dem "grünen Pfad", der mich auf den Ciemniak bringen soll. In der nächsten guten Stunde treffe ich neben wilden Tieren nur auf zwei Wanderer, quere mit dem nötigen Respekt schneegefüllte Rinnen und genieße die Ruhe, die Luft und die famose Aussicht. Um 11:30 stehe ich kurz vor dem Gipfel. Der erste polnische 2.000er ist bezwungen. Ich erstatte per Handy Rapport an das deutsche HQ und beginne mit der Genuß-Wanderung auf dem Höhenzug, der zugleich auch die Grenze Polen-Slowakei bildet und einige Gipfel zwischen 1.980 und 2.105 Metern aufweist. Es ergeben sich tolle Ausblicke in alle Richtungen, nur die letzten Schneefelder und tierischer Kreuzungsverkehr auf dem langgezogenen Grat erfordern etwas Vorsicht, stellen aber kein Problem dar. Ich entschließe mich, nach Möglichkeit noch eine Nacht zu bleiben. Laut Karte liegen dazu zwei in Frage kommende Hütten auf dem Weg. Die erste "Hütte" entpuppt sich als reine Touri-Liftstation mit Restaurant - des Grauens, wenn auch mit schöner Aussicht! Zwei "Nationalparkwächter" frage ich, ob die nächste Hütte geöffnet und Schlafplätze hat, was bejaht wird. Ich werfe einen letzten Blick auf den Sattel, auf dem ich wenige Stunden zuvor den Cache gehoben hatte (Pfeil). Durch große Schneefelder an der Nordseite des Kammes steige ich bis auf 1.500 Meter ab, bekomme in der schön gelegenen Hütte direkt ein Bett, hier sogar Luxus: WARME DUSCHE, und dann esse ich mit meiner Bestellung wieder die Küche leer. Direkt nach Kaffee und Kuchen gibt es Ziel-Piwo (Paradies in Abendsonne!!) und dann Abendessen.
Der unfassbar blaue Abendhimmel lässt mir keine Ruhe, so dass ich noch eine Wegzehrung einstecke und in Kälteschutz zum "Czarny Staw", den "schwarzen Weiher" spaziere. Während der eisgefüllte See mein Bierchen rapide kühlt, knattert der Rettungshubschrauber aus Zakopane über mich in den Berg. Dies war das einzige menschliche Geräusch bis zum Sonnenuntergang, auf den ich entspannt "warte". Es ist fürwahr der friedvollste Ort, den ich in Polen erlebt habe.
Link: sevenload.com
Es wird dunkel, ich entsinne mich der Fauna und tingel mit meinen (gedimmten) 180 Lumen aus China und bimmelnder kanadischer Bärenglocke entspannt hinab zur Hütte.Gegen 22 Uhr bin ich in der Acht-Mann-Stube der letzte, der ins Bett steigt. Tatsächlich war ich übrigens der einzige Mann in der Stube und habe den Damen bestimmt gut was vorgeschnarcht ;)
Nach dem üblichen Jajecznica(Rührei)-Frühstück stelle ich fest, dass 02.06. und dies damit meine Klausur-Woche ist. Es hilft nichts, ich muss nach Krakau. Dabei lasse ich mir aber schön Zeit und nehme noch den kleinen Umweg über den Nosal gerne in Kauf, und geniesse letzte Tiefblicke. Unterwegs muss ich mehrfach erklären, dass die Hütte offen ist, dass es dort kaltes Bier gibt (beim Frühstück sehr früh am Tag haben einige, die danach mit Seil und Steigeisen in den Berg gezogen sind, erstmal ein großes Piwo gezischt - Polen!), dass nur noch wenig Schnee liegt etc. Soviel polnisch stammel ich in Krakau nicht. Zakopane, furchtbar. Ich haste durch, zum Glück hatte ich bei der Ankunft den Busbahnhof im GPS markiert. So Menschenmassen sind ein heftiger Kontrast zur Ruhe auf der Höhe und nichts für mich! Gegen 13 Uhr nehme ich einen Bus zurück nach Krakau. Der Busfahrer fährt aggro, aber nichts anderes bin ich gewöhnt. Ich glaube, er hat den schweren Diesel konstant im roten Bereich gefahren. Berg hoch, Überholverbot-Schild (mehr so für Autos, da für alle anderen größeren Fahrzeuge Überholen eigentlich per se entfällt), genau dann wird mit 3 km/h Unterschied erstmal der Bus von der Konkurrenz überholt, auf der Gegenfahrbahn der engen Landstraße, die sich den Berg hochschlängelt. Mein Leben war auf der ganzen Tour nicht mehr in Gefahr. Und der Bus hatte noch nicht mal Anschnallgurte.
Den polnischen Fatalismus voll verinnerlicht schloss ich aber entspannt vor mich hingrinsend die Augen und machte sie erst in Krakau wieder auf.
Welch toller Trip! Die Tatra, ein sehr beeindruckendes Gebirge. Ich komme wieder!
Dienstag, 20. Mai 2008
Querung des Turbacz
- Grober Routenverlauf in Google Maps -
Mit dem Bus ging es für unfassbare neun Zloty früh am Morgen nach Rabka südlich von Krakau. Der Bus trug den Namen „Rab-Bus“, der alte Papst wachte (unter dem Rückspiegel) über uns und die Überladung. Und hier war der Bus noch nicht voll :o In Rabka wanderten die mitgereisten Wandersleute erstmal geschlossen in den nächsten Alkohole-Laden, um ein Bier zu trinken. Halb zehn in Polen! Nach kurzer Anlaufsschwierigkeit – wo zum Teufel hat der Bus gehalten, konnte nach kurzem Austausch mit den vorglühenden Polen geklärt werden: „Turbacz? Easy, just go up the hill! We go there too“ – ging es los. Nach den ersten Kilometern stießen wir auf den ersten Wegweiser mit Kilometerangabe und mussten erstmal schlucken. Immer noch 17 km! Es wurde beschieden, dass man sich sicherlich vermessen habe und dann wurde munter durch riesige Blaubeerfelder den Berg hinauf marschiert :)
Das Wetter zeigte sich von seiner allerfeinsten Seite. Unterwegs tauchte eine bewirtschaftete Alm auf, in die wir gerne einkehrten. Beim Weitermarsch kamen uns dutzende Wanderer entgegen, vermutlich ältere Pfadfinder. Vorbei an einem Flugzeugunglückmahnmal näherten wir uns auf schlecht ausgebauten Pfaden, oft durch umgestürzte Bäume blockiert, dem Gipfel.
Die Gesundheit der Bäume in Gipfelnähe kann wohl als fatal bezeichnet werden. Bei Donnergrollen und letzten Schneefeldern (Mitte Mai auf 1.340 Metern) suchte ich den Cache, den ich nach leichter Belustigung meiner zusehenden, nicht cache-affinen Begleiterin auch heben konnte. Finder Nr. 4, das letzte Log lag über ein halbes Jahr zurück.
Angesichts der arg dunklen Wolken und des bösen Grollens ging es schnellen Schrittes weiter zur Hütte, die etwas unterhalb des Gipfels auftauchte. Was waren wir froh, als wir ein Zimmerschlüssel in den Händen hielten und draußen der Gewitterregen ohne uns niederging :) Die höchste Zimmerklasse kostete übrigens 36 Zloty pro Person, gut 10 Euro. Nach ausgiebigen Abendessen bei unfassbaren Ausblick auf das Tatragebirge gab es noch ein Lagerfeuer. Als einzige Ausländer auf der Hütte erfuhren wir etwas Aufmerksamkeit und probierten selbstgemachten Vodka. Natürlich mussten auch Naleśniki gefuttert werden :D Eine Gruppe Studenten von der AGH, einer der großen Krakauer Unis, entzündete abseits der Hütte ein großes Lagerfeuer und sangen unermüdlich Lieder. Natürlich gab es hier keine Polizei, die das Alkoholverbot durchsetzen konnte ;)
Von leichten Baumwipfelrauschen und Vogelgezwitscher abgesehen weckte uns die Morgensonne in absoluter Stille und nach einem ordentlichen Hütten-Frühstück ließen wir die Hütte in frischer Morgenluft vor neun Uhr hinter uns und waren wieder auf dem roten Pfad unterwegs nach Süd-Ost. Der Weg war weiterhin in weiten Teilen schwach bis gar nicht ausgebaut und (wenn ausnahmsweise mal nicht steil bergauf oder bergab) voller großer Schlammpfützen, was ein zügiges Vorankommen erschwerte. Nach den ersten Kilometern verließen wir den Hauptkamm, der sich auf ca. 1.250 Meter entlang zieht, und stiegen ca. 300 Höhenmeter auf den nächsttieferen Höhenzug ab, der parallel zum Stausee nach Osten verläuft und immer wieder tolle Blicke auf die Tatra bot. Uns begegneten deutlich weniger Wanderer als am Vortag, im weiteren Auf- und Ab über den Hügelkamm stießen wir allerdings auf drei „Noclegi“, Übernachtungsmöglichkeiten, die aber allesamt geschlossen waren. Es scheint seltsamerweise noch keine Saison zu sein. Auf einer großen baumlosen Freifläche (wo ich später mal ein Haus mit unverbaubaren Fernblick kaufe ;)) gab es am frühen Nachmittag ein letztes Höhenfoto und wir stiegen ins Tal zum See ab. Kleine Kinder, die ohne Helm auf Motorrädern an uns vorbei flitzen, erinnerten uns daran, dass wir nicht in Bayern unterwegs waren...
Erschöpft am See angelangt hatte das einzige Restaurant around zu (sonniger Mai-Sonntag!), so dass wir den erstbesten Minibus nach Nowy Targ nahmen (Kosten: zwei Zloty...), dort am Busbahnhof die Überlandbusse erspähten (typisch insbesondere die geöffnete Motorraumabdeckung, die fahren so rum, damit die Motoren nicht überhitzen) und ein Pizza orderten – die mit obligatorischer Ketchup-Flasche und frischem Thunfisch serviert wurde.
Unser Bus war dann schön neu und eine vorzüglich fahrende (ok, immer 20 km/h zu schnell durch die Bergserpentinen und Ortschaften, aber für Polen gehört sich das wohl so) junge Busfahrerin brachte uns in ca. 2,5 Stunden für 14 Zloty zurück nach Krakau. Als mir die prägnante Mischung aus Feinstaub, Abgasen, Urin und Taubenkot in die Nase stieg, wusste ich, dass ich wieder in Krakau bin...
Fazit: Beste Natur, fantastische Ausblicke, gute Preise, bestes Wetter, anspruchsvolle über 40 km lange Route, Cache Nr. 191 bleibt in Erinnerung – es war eins der besten Wochenenden des Auslandssemesters! Dank und Respekt (!) Sandra für die Begleitung!
Mit dem Bus ging es für unfassbare neun Zloty früh am Morgen nach Rabka südlich von Krakau. Der Bus trug den Namen „Rab-Bus“, der alte Papst wachte (unter dem Rückspiegel) über uns und die Überladung. Und hier war der Bus noch nicht voll :o In Rabka wanderten die mitgereisten Wandersleute erstmal geschlossen in den nächsten Alkohole-Laden, um ein Bier zu trinken. Halb zehn in Polen! Nach kurzer Anlaufsschwierigkeit – wo zum Teufel hat der Bus gehalten, konnte nach kurzem Austausch mit den vorglühenden Polen geklärt werden: „Turbacz? Easy, just go up the hill! We go there too“ – ging es los. Nach den ersten Kilometern stießen wir auf den ersten Wegweiser mit Kilometerangabe und mussten erstmal schlucken. Immer noch 17 km! Es wurde beschieden, dass man sich sicherlich vermessen habe und dann wurde munter durch riesige Blaubeerfelder den Berg hinauf marschiert :)
Das Wetter zeigte sich von seiner allerfeinsten Seite. Unterwegs tauchte eine bewirtschaftete Alm auf, in die wir gerne einkehrten. Beim Weitermarsch kamen uns dutzende Wanderer entgegen, vermutlich ältere Pfadfinder. Vorbei an einem Flugzeugunglückmahnmal näherten wir uns auf schlecht ausgebauten Pfaden, oft durch umgestürzte Bäume blockiert, dem Gipfel.
Die Gesundheit der Bäume in Gipfelnähe kann wohl als fatal bezeichnet werden. Bei Donnergrollen und letzten Schneefeldern (Mitte Mai auf 1.340 Metern) suchte ich den Cache, den ich nach leichter Belustigung meiner zusehenden, nicht cache-affinen Begleiterin auch heben konnte. Finder Nr. 4, das letzte Log lag über ein halbes Jahr zurück.
Angesichts der arg dunklen Wolken und des bösen Grollens ging es schnellen Schrittes weiter zur Hütte, die etwas unterhalb des Gipfels auftauchte. Was waren wir froh, als wir ein Zimmerschlüssel in den Händen hielten und draußen der Gewitterregen ohne uns niederging :) Die höchste Zimmerklasse kostete übrigens 36 Zloty pro Person, gut 10 Euro. Nach ausgiebigen Abendessen bei unfassbaren Ausblick auf das Tatragebirge gab es noch ein Lagerfeuer. Als einzige Ausländer auf der Hütte erfuhren wir etwas Aufmerksamkeit und probierten selbstgemachten Vodka. Natürlich mussten auch Naleśniki gefuttert werden :D Eine Gruppe Studenten von der AGH, einer der großen Krakauer Unis, entzündete abseits der Hütte ein großes Lagerfeuer und sangen unermüdlich Lieder. Natürlich gab es hier keine Polizei, die das Alkoholverbot durchsetzen konnte ;)
Von leichten Baumwipfelrauschen und Vogelgezwitscher abgesehen weckte uns die Morgensonne in absoluter Stille und nach einem ordentlichen Hütten-Frühstück ließen wir die Hütte in frischer Morgenluft vor neun Uhr hinter uns und waren wieder auf dem roten Pfad unterwegs nach Süd-Ost. Der Weg war weiterhin in weiten Teilen schwach bis gar nicht ausgebaut und (wenn ausnahmsweise mal nicht steil bergauf oder bergab) voller großer Schlammpfützen, was ein zügiges Vorankommen erschwerte. Nach den ersten Kilometern verließen wir den Hauptkamm, der sich auf ca. 1.250 Meter entlang zieht, und stiegen ca. 300 Höhenmeter auf den nächsttieferen Höhenzug ab, der parallel zum Stausee nach Osten verläuft und immer wieder tolle Blicke auf die Tatra bot. Uns begegneten deutlich weniger Wanderer als am Vortag, im weiteren Auf- und Ab über den Hügelkamm stießen wir allerdings auf drei „Noclegi“, Übernachtungsmöglichkeiten, die aber allesamt geschlossen waren. Es scheint seltsamerweise noch keine Saison zu sein. Auf einer großen baumlosen Freifläche (wo ich später mal ein Haus mit unverbaubaren Fernblick kaufe ;)) gab es am frühen Nachmittag ein letztes Höhenfoto und wir stiegen ins Tal zum See ab. Kleine Kinder, die ohne Helm auf Motorrädern an uns vorbei flitzen, erinnerten uns daran, dass wir nicht in Bayern unterwegs waren...
Erschöpft am See angelangt hatte das einzige Restaurant around zu (sonniger Mai-Sonntag!), so dass wir den erstbesten Minibus nach Nowy Targ nahmen (Kosten: zwei Zloty...), dort am Busbahnhof die Überlandbusse erspähten (typisch insbesondere die geöffnete Motorraumabdeckung, die fahren so rum, damit die Motoren nicht überhitzen) und ein Pizza orderten – die mit obligatorischer Ketchup-Flasche und frischem Thunfisch serviert wurde.
Unser Bus war dann schön neu und eine vorzüglich fahrende (ok, immer 20 km/h zu schnell durch die Bergserpentinen und Ortschaften, aber für Polen gehört sich das wohl so) junge Busfahrerin brachte uns in ca. 2,5 Stunden für 14 Zloty zurück nach Krakau. Als mir die prägnante Mischung aus Feinstaub, Abgasen, Urin und Taubenkot in die Nase stieg, wusste ich, dass ich wieder in Krakau bin...
Fazit: Beste Natur, fantastische Ausblicke, gute Preise, bestes Wetter, anspruchsvolle über 40 km lange Route, Cache Nr. 191 bleibt in Erinnerung – es war eins der besten Wochenenden des Auslandssemesters! Dank und Respekt (!) Sandra für die Begleitung!
Freitag, 10. August 2007
Rund um Mittenwald
Nun aber e-n-d-l-i-c-h den Bericht vom Wanderurlaub im Karwendel- und Wettersteingebirge in der letzten Juliwoche nachgereicht – enjoy!
Tag 1: Sonnenberggrat
Die Auftakttour zum "akklimatisieren" startete in Oberammergau. Mit dem Sessellift der Kolbenbahn, der extra für uns bei gerade abklingendem Regenwetter angeschmissen wurde, ging es gegen 13 Uhr hoch zur Kolbensattelhütte, 1.276m. Nach "Genußbummelei zum Pürschlinghaus" (Wanderführer) konnte ich mit "PürschlingRocking" direkt den ersten Cache des Urlaubs heben. Dazu musste ich zwar einen Zaun am Abgrund übersteigen, dafür war die Box am Fuße des Felsens unterhalb der Hütte (August-Schuster-Haus auf 1.564m) aber intuitiv schnell gefunden. Nach einer Suppe in der Hütte ging's über den Sonnenberggrat zur Sonnenspitze, 1.622m, die bereits schwindelerregende Tiefblicke und Aussicht auf das Voralpenland bot. Der Wegverlauf auf dem Grat war überraschend herausfordernd, da stellenweise recht ausgesetzt und Trittsicherheit erfordernd. Bis auf wenige Ausnahmen waren keine Sicherungen vorhanden.
Über viele Serpentinen ging's nach der Sonnenspitze wieder hinab zum Parkplatz, der sich wohl wg. der Oberammergauer Festspiele mittlerweile etwas gefüllt hatte. Gegen 19:30 Uhr erreichten wir dann unser Basislager in Mittenwald, waelches sich als sehr löblich herausstellte. Im zünftigen Gasthaus Stein gab's noch Fleisch und Bier ;)
Tag 2: Karwendelspitze und Dammkar
Das Wetter sollte gut werden und so fuhren wir mit "Deutschlands zweithöchster Seilbahn", der Karwendelbahn mit Talstation auf 922 Metern und Bergstation auf auf 2.244 Metern, an unseren Hausberg, die Karwendelspitze. Hier war man aus der Idylle Mittenwalds urplötzlich in hochalpinem Gelände, allerdings gab es für die Turnschuh-Touris einen gut ausgebauten "Panoramaweg". Wir allerdings strebten zunächst die über der Bergstation trohnende westliche Karwendelspitze, 2.385m, an. Hier ging es an Sicherungen schon richtig in den Fels. Nach etwas Kraxelei stand ich auf dem Gipfel und genoss das tolle Panorama und den Blick hinab auf Mittenwald und hinüber aufs Zugspitzmassiv. Etwas weiter, auf der nördlichen Linderspitze, warfen wir einen Blick auf den dort startenden Mittenwalder Höhenweg, einen Klettersteig, und beschlossen angesichts dieser Ausgesetztheit, dass dies doch eine Nummer zu groß für die erste richtige Tour sei. Die mehr oder wenig einzige leichtere Variante neben der Seilbahn war der Abstieg über das Dammkar. Wegen der teilweise überhängenden, brüchigen Kalksteinberge zogen wir beim Übergang ins Dammkar unsere Helme an. Hier wurde es schlagartig verlassen, einige Turnschuhtouristen schauten uns leicht entgeistert hinterher ;) Am oberen Ende des Dammkars angelangt, endeckten wir, dass tatsächlich ein mehrere hundert Meter langer Tunnel zwischen der Bergstation der Seilbahn und dem Dammkar existiert. Damit ist das Dammkar im Winter für etwas wagemutige Wintersportler erreichbar. Die Warnhinweise (Nicht präpariert, kein Lift, extreme Lawinengefahr etc) passten auch zum sommerlichen Terrain...
Über sehr rutschige, schier endlose Schotterhänge führte ein Pfad hinunter zur Dammkarhütte. Dort gab's eine Stärkung, wobei wir einer Gruppe Gebirgsjäger hoch oben im Fels bei irgendeiner (nicht zur Nachahmung animierender) Aktion zuschauen konnten. Durch Latschenkiefern ging's hinab zum Einstieg in den Ochsensteig, der wieder etwas in die Höhe und dann über viele viele Serpentinen zur Talstation der Seilbahn führte. Dabei rannten die Herrn in Grün an uns vorbei. Die Armen!
Tag 3: Herzogstand und Heimgarten
Laut Wetterbericht sollte es "der schlechteste Tag der Woche" werden, glücklicherweise konnte ich die Mannschaft trotzdem zu einer "kürzeren" Gratwanderung zwischen Herzogstand und Heimgarten oberhalb des intensiv grünblauen Walchensees überreden. Mit dem Lift recht allein hinauf (inkl. stereotypen Porschefahrer aus München mit ebensolch stereotyper Blondine und Schläppche' an de' Füß'). Zügig den angeblichen Reitweg des König Ludwig hinauf zur Schutzhütte auf dem Gipfel des Herzogstandes (1.731m) mit schönen Blick ins ebene Alpenvorland und auf den Kochelsee. Der erste Schauer bliess den Regen fast waagrecht über den Berg, so dass wir uns im Schutz der Hütte mit Regen- und Kälteschutz ertüchtigten. Durch das Pfeifen des Windes vernahm man Geschrei, wenig später stürmten einige Teenies aus den USA den Berg. Eine hatte tatsächlich ein Bikinioberteil an.... ohwei. Die Bergwanderer in der Hütte dachten sich alle ihren Teil. Ich kam der Bitte nach einem Gruppenfoto nach, und musste dann aber mit diversen Kameras das immergleich Motiv ablichten. "You guys got flickr and all the stuff so why don't you share one picture?" fragte ich. Ich wurde in leicht empörten Tonfall belehrt "Come on, we're from the U.S. Everybody has an own digital camera!". Mit den Amis zog auch der Schauer von dannen und wir wanderten den Grat nach Westen zum Heimgarten. Sehr anregend mit toller Fernsicht über den Starnberger See bis nach München und nach Süden auf das Karwendel. Sogar die Türme der Münchner Frauenkirche meinen wir erspäht zu haben! Beim Aufstieg auf den Heimgarten (1.790 m) erwischte uns dann der nächste Schauer und die Sichtweite sank wieder auf wenige Meter, so dass wir uns, nachdem wir uns dem Sturmwind am Kreuz kurz gestellt hatten, gleich wieder auf den Rückweg machten. Im Herzogstandhaus bekam ich dann, nachdem wir noch einen rabenschwarzen Berglurch vor die Linse bekamen, endlich meinen Kaiserschmarrn :D
Abends habe ich dann den Cache "Auf nach Rom" angegangen, wobei ich die Koordinaten nackt per SMS und damit ohne Google-Maps Voraufklärung erhalten hatte. Das fremde Cachemobil mit beheizbarer Frontscheibe entpuppte sich noch dazu als faradayscher Käfig und damit geocachingphob. Nach einigen kurzen Peil-Stopps im strömenden Regen war ich auf wenige hundert Meter dran und machte mich per Fuß direttissima weiter. Natürlich kam mir prompt der Jäger samt Schießgewehr entgegen - das fremde Cachemobil hatte ich etwas "dynamisch abseits der Straße" neben dem einzigen Auto weit und breit, einem grünen Geländewagen, abgestellt, räusper...
Der Cache lag dann bei einer 1.800 Jahre alten Straße der Römer (Die Hinweistafel lehrte: Spurbreite: 107 cm) mitten im Wald, sehr interessant und wieder mal so einer der Orte, die ich ohne Geocaching niemals gesucht, geschweige denn gefunden hätte!
Tag 4: Alpspitze und Grieskar
Der Bayrische Rundfunk meldete, dass das Wetter deutlich besser werden sollte. So machten wir uns early bird auf zur Alpspitze südlich von Garmisch-Partenkirchen, vis-à-vis zur Zugspitze im wettersteingebirge. Selbst von der Bergstation der Seilbahn auf schon 2.030 Metern ragte die Alpspitze mit ihren 2.628 Metern beeindruckend hoch vor uns zwischen den Wolken auf. Wir legten das Klettersteigset (von Wiesbadener Alpenverein Dependance geliehen) an und los ging's. Vor uns stiegen ein Vater mit seinen beiden jungen Söhnen in den Berg, die uns direkt zu Beginn kurz vor einer längeren Leiter aus Unachtsamkeit einen ca. kürbisgroßen Stein um die Ohren fliegen ließen. Da hätte mein Helm auch nichts mehr genützt. Meine Herren roch das nach dem Runtergepolter nach Schwefel! Die Route war zwar durchaus frequentiert (links von mir rastet gerade eine Gruppe), aber wir kletterten weitgehend einsam hinauf, unterwegs überholten wir auf einem unangenehm rutschigen Geröllfeld eine Gruppe Senioren samt Bergführer. Es war mein erster Klettersteig und es war wirklich SEN-SA-TIO-NELL! Rasch gewannen wir an Höhe (man erahnt die Höhe durch die ameisengroßen Menschen unter uns) und durchstiegen über ausgesetzte Platten mit tollen Tiefblicken die sehr steile Nord-West-Flanke und standen irgendwann unvermittelt vor dem Gipfelkreuz, wo es natürlich ein Gipfelfoto gab ;)
Nach einer Pause auf dem überraschenderweise fast windstillen, angenehm sonnig-warmen Gipfel zogen wir weiter über den Süd-West-Grat zur Grieskarscharte. Das vergleichsweise schwierige und nur partiell gesicherte Stück, wo man oft schon etwas ernsthafter über Abgründen kraxeln musste, begangen wir fast alleine, quasi alle anderen stiegen über den angeblich leichtesten Steig über die Süd-Ost-Schulter ab. In der Grieskarscharte (2.463m) peilte ich mein zweites Ziel, den Geocache "Kokopelli 26282" an. Er lag in der grandios menschenunfreundlichen Landschaft an den senkrechten Nordflanken des Hochwanners (2.744m). Nach dem erfolgreichen Found ging es weiter hinab zum Stuibensee und dann wieder hinauf Richtung Bernadeinspitze, die wir allerdings rechts liegen ließen und über die "Schönen Gänge", eine mit Drahtseilen und Tritten gesicherte Felswand Richtung Kreuzeck-Haus ca. 200 Höhenmeter 'runterkraxelten. Nach einem schnellen Marsch gab es in der Hütte dann frische Buttermilch und Kuchen, bevor wir mit den sehr schnellen Gondeln wieder in Tal schwebten. Insgesamt die grandioseste Tour des Urlaubs, die zurück in Mittenwald mit ordentlichen Haxn' und Enzian gefeiert wurde ;)!
Link: sevenload.com
Tag 5: Mittenwalder Höhenweg (Nord-Süd-Richtung)
Beeindruckt vom Vortag sollte gleich noch ein angepriesener Klettersteig begangen werden, der Mittenwalder Höhenweg, dessen Einstieg wir wie am Tag 2 per Lift erreichten (Lifte sind ein nicht eben billiges Vergnügen, ermöglichen aber in einem 6-Tage-Urlaub konditionsstarken Wanderern auch sechs Touren ;)).
Vor einer Gruppe Holländer (alle mit orangenem Helm :D) stiegen wir in den Steig ein. Im Gegensatz zur Alspitze führt dieser nicht auf einen Gipfel hinauf sondern beginnend bei der nördlichen Linderspitze (2374m) über ca. 5 km (die erste Hälfte / Blick von der Sulzleklammspitze zur nördl. Linderspitze) und mehrere 2300er Richtung Süden. Er überwindet dabei allerdings etliche Höhenmeter im Auf- und Ab in fürwahr alpinen Gelände mit Wahnsinnsaussicht in alle Richtungen. Highlight auf dem Steig war ganz klar der geschätzt 80 jährige Opa ohne jegwelche Kletterutensilien. Dafür hatte er nur einen Arm :o Der Steig war gut versichert, aber nicht ohne: Er führte über klapprige Stege, himmelhohe Leitern (Suchbild: auf dem Bild sind zwei Personen!), durch tiefe Kamine und vorallem über ausgesetzte Messergrate. Die Hinweistafel beim Aufstieg zur Sulzleklammspitze "Hier starb Elfriede Soundso durch Steinschlag. Gott weiß warum" mit dem Warnhinweis "Hier nicht stehenbleiben" motivierte mich dazu, kontinuierlich voranzuschreiten und meinen Helm erst ganz am Schluss abzunehmen. Der Abstieg über die Brunnensteinhütte bescherte mir erneut einen leckeren Kaiserscharrn und interessanterweise gab es dort auch einen radschlagenden Hütten-Pfau :o Die Tour dauerte über sieben Stunden und war die Anstrengendste des Urlaubs.
Tag 6: Predigtstuhl im Gaistal
Zum "Abwandern" hatten wir das vergleichsweise einsame Gaistal im Leutasch als Ziel. Kurzer Schreck, als wir uns plötzlich im Ösi-Land wiederfanden - bei der einzigen Tankstelle im Tal waren wir dann aber gerne Tanktouristen ;) Natürlich wurden wir hier bei den Schluchtenscheißern das einzige Mal im Urlaub beim Parken abkassiert, vier Euro um sich in den einsamen Wald stellen zu dürfen, prima. Der Aufstieg zum Predigtstein (in Bildmitte) ging vergleichsweise einfach und wieder einsam vonstatten. An der Alm zogen wir schnurstracks vorbei und gingen mit leerem Magen an den Gipfelsturm. Ab dem Grassattel wurde der Weg deutlich fordernder, ich folgte meinem Schatzkistenanzeigegerät durch interessantes 4-Sterne-Terrain und fand nach netter Kraxelei den letzten Cache des Urlaubs, den "Leutascher Predigtstein / Rotmoos-Blick", welcher dieses Jahr noch nicht gehoben wurde. Nach Eintrag im Cachelog- und kurz darauf im Gipfelbuch marschierten wir schnurstracks hinab zur Rootmosalm, wo ich den eindeutigen Benchmark-Kaiserschmarrn des Urlaubs verschlang und dazu ein großes Glas richtig frischer Vollmilch (nur echt mit Sahneschicht) genießen konnte. Der Abstieg und Weg zurück zum Basislager verlief planmäßig.
Tag 7: Hoam!
Über München-Ulm-Stuttgart-Karlsruhe ging's mehr oder weniger flott heimwärts. Wieder jede Menge Knechte ohne Licht im Regen 'uff der Gass unterwegs. Der Alltag hatte mich wieder :x
Fazit: Traumhaft! Jederzeit wieder. Wir hatten zudem Mordsglück mit dem Wetter (Ende Juli). Viel Sonne, kein Gewitter. Kartenmaterial: Kompass Wettersteingebirge Zugspitzgebiet 1:50k und für alle Touren: Rother Wanderführer "Rund um die Zugspitze".
Tag 1: Sonnenberggrat
Die Auftakttour zum "akklimatisieren" startete in Oberammergau. Mit dem Sessellift der Kolbenbahn, der extra für uns bei gerade abklingendem Regenwetter angeschmissen wurde, ging es gegen 13 Uhr hoch zur Kolbensattelhütte, 1.276m. Nach "Genußbummelei zum Pürschlinghaus" (Wanderführer) konnte ich mit "PürschlingRocking" direkt den ersten Cache des Urlaubs heben. Dazu musste ich zwar einen Zaun am Abgrund übersteigen, dafür war die Box am Fuße des Felsens unterhalb der Hütte (August-Schuster-Haus auf 1.564m) aber intuitiv schnell gefunden. Nach einer Suppe in der Hütte ging's über den Sonnenberggrat zur Sonnenspitze, 1.622m, die bereits schwindelerregende Tiefblicke und Aussicht auf das Voralpenland bot. Der Wegverlauf auf dem Grat war überraschend herausfordernd, da stellenweise recht ausgesetzt und Trittsicherheit erfordernd. Bis auf wenige Ausnahmen waren keine Sicherungen vorhanden.
Über viele Serpentinen ging's nach der Sonnenspitze wieder hinab zum Parkplatz, der sich wohl wg. der Oberammergauer Festspiele mittlerweile etwas gefüllt hatte. Gegen 19:30 Uhr erreichten wir dann unser Basislager in Mittenwald, waelches sich als sehr löblich herausstellte. Im zünftigen Gasthaus Stein gab's noch Fleisch und Bier ;)
Tag 2: Karwendelspitze und Dammkar
Das Wetter sollte gut werden und so fuhren wir mit "Deutschlands zweithöchster Seilbahn", der Karwendelbahn mit Talstation auf 922 Metern und Bergstation auf auf 2.244 Metern, an unseren Hausberg, die Karwendelspitze. Hier war man aus der Idylle Mittenwalds urplötzlich in hochalpinem Gelände, allerdings gab es für die Turnschuh-Touris einen gut ausgebauten "Panoramaweg". Wir allerdings strebten zunächst die über der Bergstation trohnende westliche Karwendelspitze, 2.385m, an. Hier ging es an Sicherungen schon richtig in den Fels. Nach etwas Kraxelei stand ich auf dem Gipfel und genoss das tolle Panorama und den Blick hinab auf Mittenwald und hinüber aufs Zugspitzmassiv. Etwas weiter, auf der nördlichen Linderspitze, warfen wir einen Blick auf den dort startenden Mittenwalder Höhenweg, einen Klettersteig, und beschlossen angesichts dieser Ausgesetztheit, dass dies doch eine Nummer zu groß für die erste richtige Tour sei. Die mehr oder wenig einzige leichtere Variante neben der Seilbahn war der Abstieg über das Dammkar. Wegen der teilweise überhängenden, brüchigen Kalksteinberge zogen wir beim Übergang ins Dammkar unsere Helme an. Hier wurde es schlagartig verlassen, einige Turnschuhtouristen schauten uns leicht entgeistert hinterher ;) Am oberen Ende des Dammkars angelangt, endeckten wir, dass tatsächlich ein mehrere hundert Meter langer Tunnel zwischen der Bergstation der Seilbahn und dem Dammkar existiert. Damit ist das Dammkar im Winter für etwas wagemutige Wintersportler erreichbar. Die Warnhinweise (Nicht präpariert, kein Lift, extreme Lawinengefahr etc) passten auch zum sommerlichen Terrain...
Über sehr rutschige, schier endlose Schotterhänge führte ein Pfad hinunter zur Dammkarhütte. Dort gab's eine Stärkung, wobei wir einer Gruppe Gebirgsjäger hoch oben im Fels bei irgendeiner (nicht zur Nachahmung animierender) Aktion zuschauen konnten. Durch Latschenkiefern ging's hinab zum Einstieg in den Ochsensteig, der wieder etwas in die Höhe und dann über viele viele Serpentinen zur Talstation der Seilbahn führte. Dabei rannten die Herrn in Grün an uns vorbei. Die Armen!
Link: sevenload.com
Tag 3: Herzogstand und Heimgarten
Laut Wetterbericht sollte es "der schlechteste Tag der Woche" werden, glücklicherweise konnte ich die Mannschaft trotzdem zu einer "kürzeren" Gratwanderung zwischen Herzogstand und Heimgarten oberhalb des intensiv grünblauen Walchensees überreden. Mit dem Lift recht allein hinauf (inkl. stereotypen Porschefahrer aus München mit ebensolch stereotyper Blondine und Schläppche' an de' Füß'). Zügig den angeblichen Reitweg des König Ludwig hinauf zur Schutzhütte auf dem Gipfel des Herzogstandes (1.731m) mit schönen Blick ins ebene Alpenvorland und auf den Kochelsee. Der erste Schauer bliess den Regen fast waagrecht über den Berg, so dass wir uns im Schutz der Hütte mit Regen- und Kälteschutz ertüchtigten. Durch das Pfeifen des Windes vernahm man Geschrei, wenig später stürmten einige Teenies aus den USA den Berg. Eine hatte tatsächlich ein Bikinioberteil an.... ohwei. Die Bergwanderer in der Hütte dachten sich alle ihren Teil. Ich kam der Bitte nach einem Gruppenfoto nach, und musste dann aber mit diversen Kameras das immergleich Motiv ablichten. "You guys got flickr and all the stuff so why don't you share one picture?" fragte ich. Ich wurde in leicht empörten Tonfall belehrt "Come on, we're from the U.S. Everybody has an own digital camera!". Mit den Amis zog auch der Schauer von dannen und wir wanderten den Grat nach Westen zum Heimgarten. Sehr anregend mit toller Fernsicht über den Starnberger See bis nach München und nach Süden auf das Karwendel. Sogar die Türme der Münchner Frauenkirche meinen wir erspäht zu haben! Beim Aufstieg auf den Heimgarten (1.790 m) erwischte uns dann der nächste Schauer und die Sichtweite sank wieder auf wenige Meter, so dass wir uns, nachdem wir uns dem Sturmwind am Kreuz kurz gestellt hatten, gleich wieder auf den Rückweg machten. Im Herzogstandhaus bekam ich dann, nachdem wir noch einen rabenschwarzen Berglurch vor die Linse bekamen, endlich meinen Kaiserschmarrn :D
Abends habe ich dann den Cache "Auf nach Rom" angegangen, wobei ich die Koordinaten nackt per SMS und damit ohne Google-Maps Voraufklärung erhalten hatte. Das fremde Cachemobil mit beheizbarer Frontscheibe entpuppte sich noch dazu als faradayscher Käfig und damit geocachingphob. Nach einigen kurzen Peil-Stopps im strömenden Regen war ich auf wenige hundert Meter dran und machte mich per Fuß direttissima weiter. Natürlich kam mir prompt der Jäger samt Schießgewehr entgegen - das fremde Cachemobil hatte ich etwas "dynamisch abseits der Straße" neben dem einzigen Auto weit und breit, einem grünen Geländewagen, abgestellt, räusper...
Der Cache lag dann bei einer 1.800 Jahre alten Straße der Römer (Die Hinweistafel lehrte: Spurbreite: 107 cm) mitten im Wald, sehr interessant und wieder mal so einer der Orte, die ich ohne Geocaching niemals gesucht, geschweige denn gefunden hätte!
Tag 4: Alpspitze und Grieskar
Der Bayrische Rundfunk meldete, dass das Wetter deutlich besser werden sollte. So machten wir uns early bird auf zur Alpspitze südlich von Garmisch-Partenkirchen, vis-à-vis zur Zugspitze im wettersteingebirge. Selbst von der Bergstation der Seilbahn auf schon 2.030 Metern ragte die Alpspitze mit ihren 2.628 Metern beeindruckend hoch vor uns zwischen den Wolken auf. Wir legten das Klettersteigset (von Wiesbadener Alpenverein Dependance geliehen) an und los ging's. Vor uns stiegen ein Vater mit seinen beiden jungen Söhnen in den Berg, die uns direkt zu Beginn kurz vor einer längeren Leiter aus Unachtsamkeit einen ca. kürbisgroßen Stein um die Ohren fliegen ließen. Da hätte mein Helm auch nichts mehr genützt. Meine Herren roch das nach dem Runtergepolter nach Schwefel! Die Route war zwar durchaus frequentiert (links von mir rastet gerade eine Gruppe), aber wir kletterten weitgehend einsam hinauf, unterwegs überholten wir auf einem unangenehm rutschigen Geröllfeld eine Gruppe Senioren samt Bergführer. Es war mein erster Klettersteig und es war wirklich SEN-SA-TIO-NELL! Rasch gewannen wir an Höhe (man erahnt die Höhe durch die ameisengroßen Menschen unter uns) und durchstiegen über ausgesetzte Platten mit tollen Tiefblicken die sehr steile Nord-West-Flanke und standen irgendwann unvermittelt vor dem Gipfelkreuz, wo es natürlich ein Gipfelfoto gab ;)
Nach einer Pause auf dem überraschenderweise fast windstillen, angenehm sonnig-warmen Gipfel zogen wir weiter über den Süd-West-Grat zur Grieskarscharte. Das vergleichsweise schwierige und nur partiell gesicherte Stück, wo man oft schon etwas ernsthafter über Abgründen kraxeln musste, begangen wir fast alleine, quasi alle anderen stiegen über den angeblich leichtesten Steig über die Süd-Ost-Schulter ab. In der Grieskarscharte (2.463m) peilte ich mein zweites Ziel, den Geocache "Kokopelli 26282" an. Er lag in der grandios menschenunfreundlichen Landschaft an den senkrechten Nordflanken des Hochwanners (2.744m). Nach dem erfolgreichen Found ging es weiter hinab zum Stuibensee und dann wieder hinauf Richtung Bernadeinspitze, die wir allerdings rechts liegen ließen und über die "Schönen Gänge", eine mit Drahtseilen und Tritten gesicherte Felswand Richtung Kreuzeck-Haus ca. 200 Höhenmeter 'runterkraxelten. Nach einem schnellen Marsch gab es in der Hütte dann frische Buttermilch und Kuchen, bevor wir mit den sehr schnellen Gondeln wieder in Tal schwebten. Insgesamt die grandioseste Tour des Urlaubs, die zurück in Mittenwald mit ordentlichen Haxn' und Enzian gefeiert wurde ;)!
Link: sevenload.com
Tag 5: Mittenwalder Höhenweg (Nord-Süd-Richtung)
Beeindruckt vom Vortag sollte gleich noch ein angepriesener Klettersteig begangen werden, der Mittenwalder Höhenweg, dessen Einstieg wir wie am Tag 2 per Lift erreichten (Lifte sind ein nicht eben billiges Vergnügen, ermöglichen aber in einem 6-Tage-Urlaub konditionsstarken Wanderern auch sechs Touren ;)).
Vor einer Gruppe Holländer (alle mit orangenem Helm :D) stiegen wir in den Steig ein. Im Gegensatz zur Alspitze führt dieser nicht auf einen Gipfel hinauf sondern beginnend bei der nördlichen Linderspitze (2374m) über ca. 5 km (die erste Hälfte / Blick von der Sulzleklammspitze zur nördl. Linderspitze) und mehrere 2300er Richtung Süden. Er überwindet dabei allerdings etliche Höhenmeter im Auf- und Ab in fürwahr alpinen Gelände mit Wahnsinnsaussicht in alle Richtungen. Highlight auf dem Steig war ganz klar der geschätzt 80 jährige Opa ohne jegwelche Kletterutensilien. Dafür hatte er nur einen Arm :o Der Steig war gut versichert, aber nicht ohne: Er führte über klapprige Stege, himmelhohe Leitern (Suchbild: auf dem Bild sind zwei Personen!), durch tiefe Kamine und vorallem über ausgesetzte Messergrate. Die Hinweistafel beim Aufstieg zur Sulzleklammspitze "Hier starb Elfriede Soundso durch Steinschlag. Gott weiß warum" mit dem Warnhinweis "Hier nicht stehenbleiben" motivierte mich dazu, kontinuierlich voranzuschreiten und meinen Helm erst ganz am Schluss abzunehmen. Der Abstieg über die Brunnensteinhütte bescherte mir erneut einen leckeren Kaiserscharrn und interessanterweise gab es dort auch einen radschlagenden Hütten-Pfau :o Die Tour dauerte über sieben Stunden und war die Anstrengendste des Urlaubs.
Tag 6: Predigtstuhl im Gaistal
Zum "Abwandern" hatten wir das vergleichsweise einsame Gaistal im Leutasch als Ziel. Kurzer Schreck, als wir uns plötzlich im Ösi-Land wiederfanden - bei der einzigen Tankstelle im Tal waren wir dann aber gerne Tanktouristen ;) Natürlich wurden wir hier bei den Schluchtenscheißern das einzige Mal im Urlaub beim Parken abkassiert, vier Euro um sich in den einsamen Wald stellen zu dürfen, prima. Der Aufstieg zum Predigtstein (in Bildmitte) ging vergleichsweise einfach und wieder einsam vonstatten. An der Alm zogen wir schnurstracks vorbei und gingen mit leerem Magen an den Gipfelsturm. Ab dem Grassattel wurde der Weg deutlich fordernder, ich folgte meinem Schatzkistenanzeigegerät durch interessantes 4-Sterne-Terrain und fand nach netter Kraxelei den letzten Cache des Urlaubs, den "Leutascher Predigtstein / Rotmoos-Blick", welcher dieses Jahr noch nicht gehoben wurde. Nach Eintrag im Cachelog- und kurz darauf im Gipfelbuch marschierten wir schnurstracks hinab zur Rootmosalm, wo ich den eindeutigen Benchmark-Kaiserschmarrn des Urlaubs verschlang und dazu ein großes Glas richtig frischer Vollmilch (nur echt mit Sahneschicht) genießen konnte. Der Abstieg und Weg zurück zum Basislager verlief planmäßig.
Tag 7: Hoam!
Über München-Ulm-Stuttgart-Karlsruhe ging's mehr oder weniger flott heimwärts. Wieder jede Menge Knechte ohne Licht im Regen 'uff der Gass unterwegs. Der Alltag hatte mich wieder :x
Fazit: Traumhaft! Jederzeit wieder. Wir hatten zudem Mordsglück mit dem Wetter (Ende Juli). Viel Sonne, kein Gewitter. Kartenmaterial: Kompass Wettersteingebirge Zugspitzgebiet 1:50k und für alle Touren: Rother Wanderführer "Rund um die Zugspitze".
Sonntag, 2. Juli 2006
Aktuelle Farben
Das Spiel Frankreich vs. Brasilien haben wir in Hattenheim verfolgt, ein wunderbar entspannter Sommerabend. Ausnahmsweise gehörten die Sympathien der Zuschauer den Franzmännern, an unserem Tisch saßen zudem vier schwule ebensolche und das machte uns alles andere auch unmöglich ;) Im Anschluss ging's zum "Rhein in Flammen", wie immer nach "hoch oben" ans Eibinger Kloster. Ich war beeindruckt ob der Stimmung die da oben im Wingert herrschte: Obwohl mehrere dutzend Zuschauer auf den Beginn des Feuerwerks warteten, war es ganz still. Wenn, dann wurde leise geflüstert. Dafür gab es anundfürsich eigentlich keinen Grund, aber so lag eine tolle Stimmung über uns. Feuerwerksbilder habe ich nun schon einige aber wenn man die Kamera schon dabei hat: Das Rheintal über Rüdesheim wurde von vielen kleinen und einigen großen Explosionen erleuchtet. An den Abschussbasen bildeten sich regelrechte Rauchpilze, die glücklicherweise aber einen friedlichen Hintergrund hatten ;) Wenn man etwas heranzoomt an die Feuerwerke, ergeben sich tolle Formen, auch wenn manche chaotisch wirken.
Als es dann wieder hell war und keine Rauchwolken den Himmel trübten, wurde der in aktuellen Farben gehaltene Heli getankt und wir starteten zu einem Flug, der uns auch über den Schauplatz des Feuerwerks vom Vorabend führte :) Ich hatte natürlich durrrrchweg eine Kamera in der Hand (Handybild) :D So gibt's dann hier auch für alle broadcaster-Leser ein (etwas größeres) Panoromabild des Rheingaus (Blick von Eibingen nach Wiesbaden / Richtung Osten)! Und so ging das natürlich munter weiter: Die Mündung der Nahe in den Rhein in Bingen, die Orte Assmannshausen und Aulhausen im hinteren Rheingau, eine etwas verwackelte Burg Rheinstein, große Containerschiffe mal von oben, genauso wie die Waldwege in meinem Bike-Revier. Dort liegt auch der Segelflugplatz mit der sensationell abschüssigen Start- und Landebahn, die mich schon zu so mancher Schussfahrt animiert hat. Ich find's übrigens cool, dass die kein Geld für einen Zaun haben :D Das Mittelrheintal (kleiner Ausschnitt!) zumindest ist nicht ohne Grund zum Weltkulturerbe erklärt worden.
Ein dickes Dankeschön an Alex und Dani, die diesen Flug ermöglicht haben!
Als es dann wieder hell war und keine Rauchwolken den Himmel trübten, wurde der in aktuellen Farben gehaltene Heli getankt und wir starteten zu einem Flug, der uns auch über den Schauplatz des Feuerwerks vom Vorabend führte :) Ich hatte natürlich durrrrchweg eine Kamera in der Hand (Handybild) :D So gibt's dann hier auch für alle broadcaster-Leser ein (etwas größeres) Panoromabild des Rheingaus (Blick von Eibingen nach Wiesbaden / Richtung Osten)! Und so ging das natürlich munter weiter: Die Mündung der Nahe in den Rhein in Bingen, die Orte Assmannshausen und Aulhausen im hinteren Rheingau, eine etwas verwackelte Burg Rheinstein, große Containerschiffe mal von oben, genauso wie die Waldwege in meinem Bike-Revier. Dort liegt auch der Segelflugplatz mit der sensationell abschüssigen Start- und Landebahn, die mich schon zu so mancher Schussfahrt animiert hat. Ich find's übrigens cool, dass die kein Geld für einen Zaun haben :D Das Mittelrheintal (kleiner Ausschnitt!) zumindest ist nicht ohne Grund zum Weltkulturerbe erklärt worden.
Ein dickes Dankeschön an Alex und Dani, die diesen Flug ermöglicht haben!
Dienstag, 6. Juni 2006
Bergwanderung Traithen - Rotwand
Zusammen mit vier Kommilitonen, deren Namen alle mit einem "M" beginnen, ging es über Pfingsten an die Deutsch-Österreichische Grenze zum Bergwandern. Unsere Tour begannen wir gutgelaunt in Oberaudorf, nicht ohne auch beim Sport Schweinsteiger reingeschaut zu haben, wo man sichtlich stolz auf den Sohnemann zu sein scheint. Direkt ab dem Ortsrand ging es schön berauf, was uns richtig ins Schwitzen brachte. Süße Kleine Zicklein brachten uns trotzdem zu strahlen ;) Wenig später begann es dann wie befürchtet an ordentlich und ausdauernd zu regnen, was den steilen Aufstieg zum Brünnsteinhaus insgesamt zu einem feuchten Vergnügen machte. Fix und fertig und recht nass erreichten wir unser Etappenziel, wo wir wegen des schlechten Wetters die einzigen (!) Gäste waren. Das Brünnsteinhaus war modern und gemütlich, es gab auch warmes Wasser. In der vom Ofen geheizten Gaststube futterten wir zünftig, unsere mitgeschleppten Lebensmittel (noch nicht mal alles...) konnten derweil trocknen. Nachdem der Regen die ganze Nacht aufs Dach prasselte, packten wir uns so wasserfest wie möglich ein und machten uns bei Wolken, aber ohne Regen auf den Weg zum Traithen. An einer Hütte sprach uns eine Einsiedlerin Einheimische an und fragte uns in kaum verständlichen Bayrisch, wo wir hin wollten. Als wir ihr unsere Tour erklärten, schüttelte sie den Kopf :o "Wenn's der Hubschrauber kommat, dann seits ihr des, des weiss i scho"
Etwas irritiert machten wir uns trotzdem auf den Weg und erreichten schon bald die Schneefallgrenze am Fuße des kleinen Traithen. Ein Bad im Gebirgssee fand entsprechend nicht statt ;) Eh wir uns versahen steckten wir auch schon mitten im steilen Berg, die Wegmarkierungen waren wegen des Schnees so gut wie nicht zu erkennen und es war so rutschig, dass wir teilweise auf allen vieren in die Höhe "kraxelten". Die geplante Route, den Grat zwischen kleinen und großen Traithen (im Bild hinten links der kleine Traithen, rechts nicht mehr im Bild der große Bruder), haben wir besser sein gelassen... Selbst die Ausweichroute wurde dem Ausdruck hochalpin mehr als gerecht. Auch auf dem Abstieg Richtung Westen war die Fellalm auf 1621 Metern noch richtig verschneit, der Stimmung unter den Wandersleut' tat dies aber keinen Abbruch ;) Wir stiegen hinab ins Tal, wo das Wasser plätscherte und die Vögel sangen; von Schnee und Wind keine Spur.
Doch der nächste Berg und damit der nächste Anstieg folgte sogleich. Auf Trampelpfaden und Wirtschaftswegen mühten wir uns wieder hinauf Richtung Schneegrenze, das Wetter war dabei überraschend gut. Mit Erreichen des Schnees wurde es wieder herausfordernd, teilweise hatten Erdrutsche den "Weg" fortgerissen und erforderten Trittsicherheit. Wegen der verdeckten Wegmarkierungen sind wir dann etwas zu früh und mit Lawinengefahr direkt den Berg hinauf, was fast unsere letzten Kraftreserven forderte. Ab hier wurde es wirklich ein Kraftakt, denn oben stand nicht wie erwartet unsere Hütte, sondern nur Latschenkiefernwald. Die Hütte war am Horizont zu Erkennen (immerhin!!!). Es folgte ein Kampf mit den Latschenkiefern. Zunehmend breitete sich neben der körperlichen Erschöpfung eine gewisse Angst aus, dass wir die Hütte nicht mehr vor der Dunkelheit erreichen würden. Mit entsprechendem Kraftakt ging es über den Kamm in Richtung Hütte. Unsere Hoffnung war, dass auf dem nächsten Gipfel der Weg zur Hütte wieder erkennbar würde. Auf dem Gipfel war die Hütte zwar schön zu erkennen, aber es näherte sich schlechtes Wetter von Osten und der Weg war weiterhin unklar, nur Schnee und (man ahnt es:) Latschenkiefern. Leicht verzweifelt arbeiteten wir weiter 'gen Hütte vor und stießen zufällig auf eine Wegmarkierung, allerdings war der Weg unpassierbar da regelrechte Gletscherspalten auf uns lauerten. An der nächsten Kuppe mit Sicht zur Hütte ließen wir uns von der Auskunft die Telefonnummer der Hütte geben (ich musste an die doofe 11844-Werbung mit dem Windkanal denken), winkten wie dolle und erhielten so eine ermutigende Wegbeschreibung und Zeitangabe. Gedanken mit Rettungshubschrauber und so konnten vergessen werden :) Als wir endlich am Rotwandhaus ankamen, waren wir sehr glücklich, sehr kaputt und sehr nass-kalt. In der Stube wurde erstmal was gefuttert, getrunken und dabei aufgewärmt. So ein Essen und Bier schmeckt doppelt lecker! Mit uns war noch eine Gruppe mit dem Namen "DvB" dort, diederbe betrunken angeheitert ein Lied nach dem anderen sangen grölten. Die Sprache ordnete ich einem anderen Kontinent zu – es waren aber Landshuter. Eine andere erschreckende Kultur. "DvB" stand übrigens für "Die verrückten Bergfreunde"...
Am nächsten Morgen betrug die Sicht 20 Meter, es schneite - wir beschlossen, die Tour abzubrechen und abzusteigen. Der Ofen hatte unsere Sachen recht gut getrocknet, frohen Mutes stellten wir uns den Naturgewalten und steigen bei so gut wie keiner Sicht den Berg hinab. Diesmal hielt ich mein GPS-Gadget fest in Hand! Im Tal, in Schliersee, stiegen wir bei strömenden Regen in den Bus nach München. Lobenswert an dieser Stelle ist das Bayernticket, mit dem man für 25 Euro zu fünft alles mögliche (inkl. Bus und U-Bahn etc) fahren kann. Apropos U-Bahn, dort versprach ein Werbeplakat Sommer. Hehe ;)
In München hatten wir dann auch unseren Spaß, z.B. mit hübschen Mädels die sich für nur wenig Geldausziehen Herzchen ausschneiden lassen ;)
Etwas irritiert machten wir uns trotzdem auf den Weg und erreichten schon bald die Schneefallgrenze am Fuße des kleinen Traithen. Ein Bad im Gebirgssee fand entsprechend nicht statt ;) Eh wir uns versahen steckten wir auch schon mitten im steilen Berg, die Wegmarkierungen waren wegen des Schnees so gut wie nicht zu erkennen und es war so rutschig, dass wir teilweise auf allen vieren in die Höhe "kraxelten". Die geplante Route, den Grat zwischen kleinen und großen Traithen (im Bild hinten links der kleine Traithen, rechts nicht mehr im Bild der große Bruder), haben wir besser sein gelassen... Selbst die Ausweichroute wurde dem Ausdruck hochalpin mehr als gerecht. Auch auf dem Abstieg Richtung Westen war die Fellalm auf 1621 Metern noch richtig verschneit, der Stimmung unter den Wandersleut' tat dies aber keinen Abbruch ;) Wir stiegen hinab ins Tal, wo das Wasser plätscherte und die Vögel sangen; von Schnee und Wind keine Spur.
Doch der nächste Berg und damit der nächste Anstieg folgte sogleich. Auf Trampelpfaden und Wirtschaftswegen mühten wir uns wieder hinauf Richtung Schneegrenze, das Wetter war dabei überraschend gut. Mit Erreichen des Schnees wurde es wieder herausfordernd, teilweise hatten Erdrutsche den "Weg" fortgerissen und erforderten Trittsicherheit. Wegen der verdeckten Wegmarkierungen sind wir dann etwas zu früh und mit Lawinengefahr direkt den Berg hinauf, was fast unsere letzten Kraftreserven forderte. Ab hier wurde es wirklich ein Kraftakt, denn oben stand nicht wie erwartet unsere Hütte, sondern nur Latschenkiefernwald. Die Hütte war am Horizont zu Erkennen (immerhin!!!). Es folgte ein Kampf mit den Latschenkiefern. Zunehmend breitete sich neben der körperlichen Erschöpfung eine gewisse Angst aus, dass wir die Hütte nicht mehr vor der Dunkelheit erreichen würden. Mit entsprechendem Kraftakt ging es über den Kamm in Richtung Hütte. Unsere Hoffnung war, dass auf dem nächsten Gipfel der Weg zur Hütte wieder erkennbar würde. Auf dem Gipfel war die Hütte zwar schön zu erkennen, aber es näherte sich schlechtes Wetter von Osten und der Weg war weiterhin unklar, nur Schnee und (man ahnt es:) Latschenkiefern. Leicht verzweifelt arbeiteten wir weiter 'gen Hütte vor und stießen zufällig auf eine Wegmarkierung, allerdings war der Weg unpassierbar da regelrechte Gletscherspalten auf uns lauerten. An der nächsten Kuppe mit Sicht zur Hütte ließen wir uns von der Auskunft die Telefonnummer der Hütte geben (ich musste an die doofe 11844-Werbung mit dem Windkanal denken), winkten wie dolle und erhielten so eine ermutigende Wegbeschreibung und Zeitangabe. Gedanken mit Rettungshubschrauber und so konnten vergessen werden :) Als wir endlich am Rotwandhaus ankamen, waren wir sehr glücklich, sehr kaputt und sehr nass-kalt. In der Stube wurde erstmal was gefuttert, getrunken und dabei aufgewärmt. So ein Essen und Bier schmeckt doppelt lecker! Mit uns war noch eine Gruppe mit dem Namen "DvB" dort, die
Am nächsten Morgen betrug die Sicht 20 Meter, es schneite - wir beschlossen, die Tour abzubrechen und abzusteigen. Der Ofen hatte unsere Sachen recht gut getrocknet, frohen Mutes stellten wir uns den Naturgewalten und steigen bei so gut wie keiner Sicht den Berg hinab. Diesmal hielt ich mein GPS-Gadget fest in Hand! Im Tal, in Schliersee, stiegen wir bei strömenden Regen in den Bus nach München. Lobenswert an dieser Stelle ist das Bayernticket, mit dem man für 25 Euro zu fünft alles mögliche (inkl. Bus und U-Bahn etc) fahren kann. Apropos U-Bahn, dort versprach ein Werbeplakat Sommer. Hehe ;)
In München hatten wir dann auch unseren Spaß, z.B. mit hübschen Mädels die sich für nur wenig Geld
Donnerstag, 1. September 2005
Reise nach Stockholm
Tag 1, Dienstag Abend 02.08. – Gypsy Bomber
Nachdem wir durch Ausräumen vonAlkoholflaschen schweren Gegenständen das RyanAir-Maximalgepäckgewicht von 15 kg erreicht hatten, ging es in den Flieger, der allerdings eher mit Zigeunern und „Söldnern“ bestückt war. Ausgesprochen unrepräsentativ für Schweden, wie wir in den folgenden Tagen feststellen konnten. Gegen 23 Uhr landeten wir nach knapp zwei Stunden Flug in „Stockholm“-Skavska, was mit Stockholm genauso viel am Hut hat wie Hahn mit Frankfurt. Patrick holte uns vor Ort ab, über leere schwedische Autobahnen ging es direkt nach Stockholm, vorbei am allerersten IKEA-Markt. Bei Patrick angekommen ging es nach einem Mitternachts-Snack samt schwedischem „välkomn Öl“ (Willkommens Bier) ab ins Bett.
Tag 2, Mittwoch 03.08. – Stockholm
Gegen Mittag holten wir Daniel (wie Mo auch aus meinem Semester), der uns auch einen Besuch abstattete, am „Originalflughafen“ ab und fuhren direkt hinein nach Stockholm, was manche als schönste Stadt Europas bezeichnen. Ander einer von vielen Hafenpromenaden gab es lecker Fisch auf einem schwimmenden Restaurant, im Anschluss führte uns Patrick (ein „echter Stockholmer“ den Mo zufällig in Deutschland kennen gelernt hatte) durch die Stadt, vorbei an typisch schwedischen Farben. Vom vielen Laufen hungrig geworden bereiteten wir anschließend bei Patrick ein nettes BBQ-Dinner samt typischer schwedischer Heringvorspeise und Poolgetränk zu. Nach erstem Vorglühen ging es mit dem Taxi wieder in die Innenstadt in die Wohnung von Martin, wo wir mit einigen Leuten weiter vorglühten, über Mietkosten sowie Wohnungsmarktsituation diskutierten und schließlich mit einem Großraumtaxi zu einem Openair-Club fuhren. Recht schick, gut gefüllt – und viele hübsche Menschen. Die Getränkepreise animierten allerdings nicht wirklich – 52 Kronen (also ca. 5,80 Euro) für das billigste 0,3er Pils sind für uns Deutsche schon happig. Das lag auch nicht daran, dass die Örtlichkeit versnobt war – dieses Preisniveau verfolgte uns die kommenden elf Tage. Nach ordentlich Party inkl. Treffen einer Goldmedaillien-Schwimmerin ging es mit dem Taxi weiter zum nächsten Club, allerdings war es mittlerweile überall voll, so dass wir etwas rumlaufen mussten, bis wir schließlich (um 100 Kronen ärmer) in der „Spy Bar“ landeten. Allgemeine Ausweiskontrolle inklusive. Die Nacht war allerdings schon fortgeschritten und die Leute abgefuckter nicht mehr so toll. Am bevorstehenden Wochenende sollte auch das Gay-Pride-Festival stattfinden, und einige Besucher waren offenbar ein paar Tage früher angereist... Dieser Club mit Pokertischen und zwei Floors soll angeblich auch von Königshausmitgliedern besucht werden, wir jedenfalls flogen ziemlich schnell wieder raus, weil sich Daniel eine Zigarette angesteckt hatte. In Schweden verboten – woher sollen wir das wissen: Reden mit dem Türsteher war natürlich hoffnungslos :)
Mit dem Taxi ging es im Morgenlicht heimwärts zu einem leckeren herzhaften Frühstück, bevor wir wieder ins Bett fielen.
Tag 3, Donnerstag 04.08. – Hang over
Am frühen Nachmittag begann unser Tag mit einem Brunch inkl. übertrieben leckeren Smoothie. Die Schweden habe erstklassige Milchprodukte! Am Nachmittag setzten wir unsere Sightseeingtour in der Innenstadt fort, wobei wir einen Regenschauer mit einem Milchkaffee überbrückten. Nach dem Regen kommt die Sonne, das ist auch im Norden der Fall so dass wir schöne Abendsonne auf uns scheinen lassen können – gutes Fotolicht :)
Auf dem Rückweg kaufen wir ein, fahren am See vorbei (inkl. schönen Sonnenuntergang über Süßwasser) und kochten dann ein leckeres Shrimps-Pasta Menü den wir mit viel Weißwein auf der von Heizstrahlern gewärmten Seeblick-Dachterasse einnahmen. Zum Nachtisch gab es Lakritzeis, was allerdings bis auf den Schweden von den anderen verschmäht wurde. Da wir noch vom Vorabend geschlaucht waren chillten wir in unserer Unterkunft vor DVD-Player und Fernseher.
Tag 4, Freitag 05.08. – Reise nach Sandhamn
Mit einem beherzten Sprung in den Pool beginnt der Tag vergleichsweise früh – Daniel muss zum Bahnhof, damit er seinen Flieger pünktlich erwischt, Mo und ich müssen zu Cinderella II (Fähre), die um 9 Uhr zentral aus der Insel-Innenstadt ´gen Osten abtuckert, und Patrick muss nach Nord-Schweden. Auf der Fähre sind wir die einzigen Passagiere mit Rucksack, vornehmlich reiche Leute ansonsten. Die Fähre tuckert nicht sondern düst inkl. einiger Zwischenstopps (interessante "Anlege"technik) in weniger als 2 Stunden die ca. 50 km nach Sandhamn, eine der äußeren der Stockholm vorgelagerten 24.000Inseln Schären. 140 Kronen für eine einfache Fahrt sind ok. Sandhamn, mit Blick auf das offene Meer, besteht aus einem Sandhafen (daher wohl der Name), 1 Hotel, 1 Bar, 1 Restaurant, 1 Shop und 1 Bäckerei sowie einigen Häusern. An diesem Wochenende steht der Dragon Boat Gold Cup, eine Weltmeisterschaft in der Drachen-Bootsklasse an und es ist entsprechend voll. Eine Unterkunft haben wir nicht und finden wir auch nicht mehr. Nach etwas Chillen am immer voller werdenden Bootssteg und einfachen Abendessen brechen wir zur Inselexpedition und Schlafplatzsuche auf. Die Posh-People beäugen uns mit unseren Rucksäcken argwöhnig – auf der Insel ist es verboten, wild zu campen, was für Schweden außergewöhnlich ist. Das Baumhaus mitten im lichten Kieferwald in der Inselmitte allerdings scheidet als Unterkunft aus, da es ganz schwedenuntypisch böswillig sabotiert wurde. Etwas weiter stoßen wir dann auf diese verlassene Wellblechhütte samt offenen Fenster, ein paar Paletten als Unterlage für unsere Schlafsäcke – perfekt. Vom schweren Gepäck befreit überqueren wir in ca. 30 Minuten die ansonsten leere Insel wieder Richtung Hafen. Gegen die Sorge, den Heimweg durch den Wald nicht ohne weiteres absolvieren zu können, legten wir hin und wieder ein paar Steine an Trampelpfadkreuzungen. Im Hafen war (außer schönen Motiven) entgegen den Versprechungen (Sandhamn = Partyisland) tote Hose, so dass wir erstmal die vielen Boote der am kommenden Tag stattfindenden Regatta begutachteten und viele Sonnenuntergangbilder (das Abendlicht ist echt anders dort oben) machen konnten. Notiz an Daniel: Prinz Frederik von Dänemark war zwar da, jedoch keine Mette-Marett :)
Das dicksteDing Schiff im Hafen gehört natürlich einem Russen. Gegen 22 Uhr ist immer noch nichts los, so dass wir einen Hotdog futtern und dann in die einzige und noch dazu kleine Bar gehen, wo es zwangsläufig voll ist. Schon beim ersten Bier lernen wir interessante Leute kennen, die stets als erstes fragen, welches unser Boot sei.... Wir sprechen auch über schwedische Studienorte wie das legendäre Lund – O-Ton einer Schwedin: „Ohhh Lund... yaaa THAT’S a nice place to study.. but there is to much fucking going on“ :D
Gegen 12 Uhr ziehen wir mit einem IT-Consultant und einem Doc weiter in das einzige Hotel. Der Raum ist voll mit Poshs, der DJ legt YMCA und Konsorten auf, sehr strange aber guter Spaß. Um 2.30 Uhr wird ganz typisch für Schweden von jetzt auf gleich ohne Vorwarnung die Musik aus und das Licht angemacht. Draußen gibt es im Norden auch schon/noch erste Anzeichen von Helligkeit. Wir holen unsere Jacken an der aus drei Kleiderhaken bestehenden Garderobe ab und marschieren in totaler Dunkelheit problemlos zu unserem Nachtlager. Während Mo mit dem Reißverschluss seines Schlafsacks kämpft schlafe ich sofort ein...
Tag 4, Samstag 06.08. – Grinda-Transfer
Als wir gegen 9 Uhr in unserem rustikalen Nachtlager erwachen und ziemlich verquollen aus der Baracke aussteigen, joggt eine braungebrannte Schwedin im Minirock an uns vorbei. Wir haben die morgendliche Erkenntnis, das Schweden mit Sicherheit die Über-Menschen sind! Recht schnell packen wir und marschieren zurück in den Hafen zum übertrieben leckeren Bäcker, wo uns eine weitere Über-Schwedin bedient. Geflasht von hübschenFrauen Menschen chillen wir den Vormittag am Steg in der Sonne und unterhalten uns etwas mit den Bootsmännern, die uns gute Clubs in Stockholm empfehlen. Typischerweise sind die jüngeren Leute auf Sandhamn mit dem Boot ihrer Väter da... Allgemein laufen fast ausschließlich bekannte Gesichter vom Vorabend vorbei, es ist wirklich eine kleine Insel. Daher reisen wir besser schnell weiter, um 13.30 boarden wir auf der Fähre in Richtung Grinda. Nach einem Turbinenritt in Richtung Stockholm erreichen wir die Insel Grinda um 14.15 Uhr. Unsere Skogsyhyddan (Waldhütte) liegt einen Steinwurf von Ufer entfernt, die Türe ist offen, der Schlüssel hängt innen. Schwedisches Vertrauen! Es gibt Strom und fließendes Abwasser, Frischwasser und Plumpsklo gibt es ein paar Meter weiter. Die Duschen sind fünf Minuten zu Fuß entfernt und liefern (mehr oder weniger) sonnengewärmtes Meerwasser. Alles sehr „natürlich“ also – dennoch die teuerste Unterkunft der Reise :)
Die Insel an sich ist auch überschaubar, die Anzahl richtiger Häuser kann man an einer Hand abzählen, der „Hafen“ ist ebenfalls klein. Dort gibt es auch eine Bar, wo man eine Becks-Werbung drehen könnte – sehr schick! Glücklicherweise gibt es auch einen Laden („Grinda Lanthandel“), wo es alles Lebensnotwendige zu kaufen gibt, sogar am Sonntag. Zum Glück – ansonsten hätten wir über das Wochenende ziemlichen Hunger geschoben...
Abends rufen wir Patrick an, Prank Call: Mo berichtet ihm aufgeregt, dass ich gestern Nacht beim wilden Campieren auf Sandhamn morgens einfach nicht mehr da war. „You lost Jooon? OH! MY! GOD! Did you call the police?“ Was ein Spaß – seine Eltern haben das Gespräch zufällig mitgehört, wie wir später erfahren, und sind ebenfalls geschockt. Ein sehr behütetes Land.
Nachts schüttet es wie aus Eimern und wir sind froh, Bett und Dach über dem Kopf zu haben.
Tag 5, Sonntag 07.08. – Chillout
Wir brechen nach dem Frühstück zur großen Inselerkundungstour auf. Wir laufen langsam, um nicht schon Mittags fertig zu sein :) An einer Wasserpumpe treffen wir auf einenYeti Ureinwohner Dauercamper oder so, der uns auf schwedisch etwas in seinen Bart brummt. Wir nicken höflich und verdrücken uns, wenig später treffen wir auf zwei Kajakfahrer, die uns einiges über die Tierwelt auf den Schären erzählen, z.B. dass die Elche sogar hier draußen rumschwimmen. Nach etwas Suchen (es gibt keinen Weg) finden wir „Utsikplatzan“, von wo aus man halbwegs einen Ausblick über Insel und die Umgebung hat. Im Laden gibt es eine Kaffee-und-Böller (Zimtbrötchen) Rast. Die Nord-Süd und Ost-West-Durchquerung war also schnell absolviert, allenfalls durch das Blaubeermeer (so was habe ich in Deutschland noch nicht gesehen) gebremst. Abends stürzt sich Mo ins kalte Wasser, ich bin etwas erkältet und verzichte dankend. Abendprogramm auf Grinda bedeutet Entspannung und frühe Bettruhe.
Tag 6, Montag 08.08. – Zurück in die Zivilisation
Nachdem die Crew auf dem Deck ausgiebig gefrühstückt hat geht es um 12.10 Uhr mit einem Oldschool Dampfer wieder zurück in Richtung Stockholm. Das Boot startet bei uns in Grinda, entsprechend leer war es anfangs an Bord, da höchstens sechs Passagiere zugestiegen sind. Die Fahrt geht wesentlich gemächlicher von statten, kostet moderate 80 Kronen und um 14.10 legen wir wieder mitten in Stockholm an, gegenüber vom Königspalast. Mit Sack und Pack fragen wir uns zum Hauptbahnhof durch, der letztlich nur geschätzte 800 Meter weit entfernt ist. Im Bahnhof verwirrt uns das schwedische Bahnsystem mit unterschiedlichen Betreibern und entsprechend unterschiedlichen Ticketschaltern (wo man wiederum ganz schwedentypisch immer erst eine Nummer ziehen muss). Nach etwas Rumgelaufe erstehen wir ein „20er“-Ticket für die Pendeltaget, eine Art S-Bahn, pro Station wird ein Ticket entwertet. Das Welcome Hotel [Website] ist in Barkarby, vier Stationen vom T-Centralen/Hauptbahnhof entfernt, also 5 Fahrten für insgesamt 145 Kronen, immerhin billiger als das Taxi. 15 Minuten später sind wir im Hotel, was in der Nähe des S-Bahnhofs liegt. Wir checken ein, duschen heiß, schauen MTV, essen im Hotelrestaurant. Nach soviel geballten Annehmlichkeiten der Zivilisation fallen wir erschöpft ins Bett.
Tag 7, Dienstag 09.08. – Stadtrally
Gutes Wetter – nach einem guten schwedischen Frukost-Büffet geht es ab in die Stadt, wo wir einkaufen, Fotos machen (auch von Kreuzfahrtschiffen wie der AIDA, die mitten in der Stadt anlegen), Frauen anschauen (soviele Schwangere und junge Mütter habe ich ürigens noch nie gesehen, Babyboom! Vor den Geschäften stauen sich die Kinderwagen), Kaffee und Eis konsumieren und Abends im Cafe Madeleine mit guter Preis-Leistung essen. Im Hotel trinken wir noch eines dieser 52-Kronen Biere zu einer austauschbaren, aber dennoch kurzweiligen MTV-Sendung.
Tag 8, Mittwoch 10.08. – Kultur und Barhopping
Morgens bekomme ich meine EOS wieder, die ich über das Inselwochenende bei Patrick gelassen hatte – bei Schauerwetter geht es ab für den Quotenmuseumsbesuch, das Vasa-Museum auf der Insel Djurgården (Tiergarten). Das Museum ist um ein altes Segelschiff gebaut, welches bei der Jungfernfahrt im Hafen von Stockholm gesunken ist, in Vergessenheit geriet und nach 333 Jahren im Wasser lag, bis es Mitte letzten Jahrhunderts wieder gefunden wurde. Beeindruckend! Das Wetter bessert sich, wir trinken am „Mushroom“, einem zentralen Treffpunkt in der Innenstadt, einen Kaffee. Patrick holt uns um 18 Uhr am Hotel ab, wir machen uns eine Lasagne, schauen uns ein paar Partybilder aus der Studentenstadt Lund an und fahren dann nach Süd-Stockholm, wo es etwas „alternativer“ zugeht, aber immer noch auf hohem Niveau. Zwischen den Bars wie dieser, dieser oder dieser habe ich die Möglichkeit, ein paar Langzeitbelichtungen von Booten und Häfen zu machen. Wir beenden das Bar-Hopping gegen 1.30 Uhr.
Tag 9, Donnerstag 11.08. – Süd-Stockholm bei Tag
An der „Slussen“, der Schleuse mitten in Stockholm, wo Süß- und Salzwasser aufeinander treffen, stoßen wir zu Patrick. Wie so oft ist auch an diesem Morgen das Wetter eher bescheiden, so dass wir etwas shoppen und Kaffeetrinken gehen. Gegen Mittag klart es auf und die Sonne kommt raus, auch das ist offenbar typisch. Wir laufen durch Süd-Stockholm, schauen uns sogar eine Kirche an, genießen die Sonne. Nachmittags fährt uns Patrick noch auf den hinteren Teil von Djurgården, wo einige Botschaften und der Fernsehturm stehen. Aus 155 Meter Höhe hat man einen schönen Panoramablick auf Stockholm! Nach soviel Programm haben wir Hunger, den wir sehr schwedisch mit einem Kötbullarmenü in einem IKEA komplett stillen können. Beste Preis-Leistung, das Essen im IKEA. Für Schwedenurlauber empfehlenswert. Hätte auch der IKEA in Wiesbaden sein können, schon sehr ähnlich.
Tag 10, Freitag 12.08. – Bootstour
Heute ist das Wetter direkt morgens schon gut, Zeit für eine Bootstour. Boote sind in Stockholm ein nicht ungewöhnliches Verkehrsmittel, es gibt unzählige kleine und große „Marinas“ („Häfen“) voller Segel- und Motorboote. Wir brechen von Patricks Vorort auf, der am Mälarsee liegt. Mit Vollgas geht es Richtung Osten nach Stockholm, vorbei amHaus Schloss des Königs, an unzähligen Brücken und Inseln. Es ist sehr schön, die Stadt aus dieser Perspektive zu sehen, und man kann wirklich fast überall hinfahren. In einem Seitenarm legen wir an, nehmen noch einen Freund von Patrick auf und tuckern weiter. Interessanterweise darf offenbar jeder so ein Boot fahren, und im Gegensatz zum Autofahren nimmt man es mit Alkohol am Steuer nicht so genau. Wasser-Tankstellen gibt es wie normale Tankstellen, inkl. dem unvermeindlichen Shop etc. Nach viel Sonne und Wasser haben wir natürlich wieder Hunger, freundlicherweise sind wir bei Patricks Eltern zum Essen eingeladen worden, was sehr lecker ist. Wir haben mal wieder eine interessante Diskussion über Business, Lohnnebenkosten, die Probleme von Schweden und Deutschland sowie über die Jagd in den weiten schwedischen Wäldern :)
Tag 11, Samstag 13.08. – Finale
Der letzte Tag steht an – unser Plan ist es, durchzufeiern und um 4 Uhr Sonntagfrüh den Bus zum Flughafen zu nehmen. Dazu verstauen wir zuerst unser Gepäck in einem Schließfach im Hauptbahnhof, der direkt neben dem Busbahnhof liegt, um nicht das ganze Gerödel mit ums rumschleppen zu müssen. Pünktlich um 12 Uhr sind wir dann am Königspalast, um den täglich mit großen Aufwand stattfindenden Wachwechselzu sehen zu fotografieren. Sehenswert! Während Mo letzte Einkäufe macht besteige ich den Turm des Stadshuset, um noch ein paar Bilder von dieser Perspektive zu machen. Das dauert länger als erwartet, da immer nur 30 Leute in den Turm dürfen und der Aufstieg konstruktionsbedingt ewig dauert. Es gibt nicht wirklich Treppen, sondern eine Art Korkenziehersteigung an der inneren Außenseite des Turms. Oben angekommen wird man immerhin mit einem schönen Ausblick belohnt.
Nachmittags chillen wir noch etwas am Pool, bevor zu einem Freund von Patrick aufbrechen, der in einem Studentenwohnheim recht zentral wohnt. Dort kochen wir gemeinsam (Shrimps und Nudeln), glühen etwas vor, müssen uns „Ein Student aus Uppsala“ anhören (das einzige deutsche Lied was sie kennen...) und brechen dann mit dem Taxi in die Innenstadt auf. Die Taxen lassen bei der Anfahrt und Wartezeit vor dem Haus das Taximeter laufen, so dass man auch schon mal bei 90 Kronen losfährt. Happig! Das Ausgehverhalten in Stockholm ist schon anders als in Deutschland. Zuerst wird sich privat ordentlich einer angetrunken, weil es in den Bars und Clubs eben so übertrieben teuer ist. Allerdings nur soviel trinken, dass man durch die Tür kommt. Gegen halb 11 Uhr geht’s erstmal in eine Posh-Bar, weil man bloß nicht zu früh in den Club gehen darf. Dann jedoch gehen alle gleichzeitig in die Clubs, so dass überall lange Schlangen den Eintritt verwehren. So marschiert man durch die Stadt und versucht, irgendwo hineinzukommen. Selbst um 1 Uhr ist das noch außerordentlich schwierig – interessant, wenn man bedenkt, dass die Clubs schon um 2, mit etwas Glück um 3 Uhr schließen. Auch drinnen ist es proppenvoll. Da wieder alle Clubs gleichzeitig schließen, ergießen sich zwischen 2 und 3 Uhr Massen betrunkener Schweden in die Innenstadt und stürmen Fast-Food-Restaurants etc. Wir sind an diesem Abend sehr „svenson“, typisch schwedisch. Kurz nach 3 verabschieden wir uns von Patrick und marschieren Richtung Hauptbahnhof, vorbei am Kulturhuset etc. Dort erwartet uns jedoch eine Überraschung – der Hauptbahnhof ist abgeschlossen! Ungünstig dass unser Gepäck drinnen im Schließfach auf uns wartet, der Bus gleich fährt, und der Bahnhof erst um 5 Uhr wieder öffnet. Dicker Abtörn, wir sind sofort nüchtern. Während wir uns schon auf eine übertrieben teuere Taxifahrt einstellen, kann Mo einen Streifenwagen anhalten – und tatsächlich, der Polizist öffnet für uns den Hauptbahnhof! Schweden ist cool! In der letzten Sekunde erreichen wir, von dem Gerenne gut durchgeschwitzt, den Bus zum Flughafen.
Sonntag, 14.08. – Heimat
Pünktlich um 7 Uhr, nach einemteuren dicken Frühstück im Flughafen, heben wir ab Richtung Deutschland. Kurz vor 9 landen wir in Hahn, wo das Wetter deutlich schlechter ist als in Schweden. Meine Freundin wartet schon mit meinem Auto auf uns, ab nach Hause! Mit der Fähre setzen wir nach Oestrich über, um 10 Uhr sind wir wieder daheim im Rheingau. Endlich wieder zivilisierte Bierpreise ;)
Noch ein paar mehr kurz kommentierte Fotos gibt es in der Stockholm-Urlaubsgalerie, mehr Infos über Stockholm und Schweden bei Wikipedia!
Nachdem wir durch Ausräumen von
Tag 2, Mittwoch 03.08. – Stockholm
Gegen Mittag holten wir Daniel (wie Mo auch aus meinem Semester), der uns auch einen Besuch abstattete, am „Originalflughafen“ ab und fuhren direkt hinein nach Stockholm, was manche als schönste Stadt Europas bezeichnen. An
Mit dem Taxi ging es im Morgenlicht heimwärts zu einem leckeren herzhaften Frühstück, bevor wir wieder ins Bett fielen.
Tag 3, Donnerstag 04.08. – Hang over
Am frühen Nachmittag begann unser Tag mit einem Brunch inkl. übertrieben leckeren Smoothie. Die Schweden habe erstklassige Milchprodukte! Am Nachmittag setzten wir unsere Sightseeingtour in der Innenstadt fort, wobei wir einen Regenschauer mit einem Milchkaffee überbrückten. Nach dem Regen kommt die Sonne, das ist auch im Norden der Fall so dass wir schöne Abendsonne auf uns scheinen lassen können – gutes Fotolicht :)
Auf dem Rückweg kaufen wir ein, fahren am See vorbei (inkl. schönen Sonnenuntergang über Süßwasser) und kochten dann ein leckeres Shrimps-Pasta Menü den wir mit viel Weißwein auf der von Heizstrahlern gewärmten Seeblick-Dachterasse einnahmen. Zum Nachtisch gab es Lakritzeis, was allerdings bis auf den Schweden von den anderen verschmäht wurde. Da wir noch vom Vorabend geschlaucht waren chillten wir in unserer Unterkunft vor DVD-Player und Fernseher.
Tag 4, Freitag 05.08. – Reise nach Sandhamn
Mit einem beherzten Sprung in den Pool beginnt der Tag vergleichsweise früh – Daniel muss zum Bahnhof, damit er seinen Flieger pünktlich erwischt, Mo und ich müssen zu Cinderella II (Fähre), die um 9 Uhr zentral aus der Insel-Innenstadt ´gen Osten abtuckert, und Patrick muss nach Nord-Schweden. Auf der Fähre sind wir die einzigen Passagiere mit Rucksack, vornehmlich reiche Leute ansonsten. Die Fähre tuckert nicht sondern düst inkl. einiger Zwischenstopps (interessante "Anlege"technik) in weniger als 2 Stunden die ca. 50 km nach Sandhamn, eine der äußeren der Stockholm vorgelagerten 24.000
Das dickste
Gegen 12 Uhr ziehen wir mit einem IT-Consultant und einem Doc weiter in das einzige Hotel. Der Raum ist voll mit Poshs, der DJ legt YMCA und Konsorten auf, sehr strange aber guter Spaß. Um 2.30 Uhr wird ganz typisch für Schweden von jetzt auf gleich ohne Vorwarnung die Musik aus und das Licht angemacht. Draußen gibt es im Norden auch schon/noch erste Anzeichen von Helligkeit. Wir holen unsere Jacken an der aus drei Kleiderhaken bestehenden Garderobe ab und marschieren in totaler Dunkelheit problemlos zu unserem Nachtlager. Während Mo mit dem Reißverschluss seines Schlafsacks kämpft schlafe ich sofort ein...
Tag 4, Samstag 06.08. – Grinda-Transfer
Als wir gegen 9 Uhr in unserem rustikalen Nachtlager erwachen und ziemlich verquollen aus der Baracke aussteigen, joggt eine braungebrannte Schwedin im Minirock an uns vorbei. Wir haben die morgendliche Erkenntnis, das Schweden mit Sicherheit die Über-Menschen sind! Recht schnell packen wir und marschieren zurück in den Hafen zum übertrieben leckeren Bäcker, wo uns eine weitere Über-Schwedin bedient. Geflasht von hübschen
Die Insel an sich ist auch überschaubar, die Anzahl richtiger Häuser kann man an einer Hand abzählen, der „Hafen“ ist ebenfalls klein. Dort gibt es auch eine Bar, wo man eine Becks-Werbung drehen könnte – sehr schick! Glücklicherweise gibt es auch einen Laden („Grinda Lanthandel“), wo es alles Lebensnotwendige zu kaufen gibt, sogar am Sonntag. Zum Glück – ansonsten hätten wir über das Wochenende ziemlichen Hunger geschoben...
Abends rufen wir Patrick an, Prank Call: Mo berichtet ihm aufgeregt, dass ich gestern Nacht beim wilden Campieren auf Sandhamn morgens einfach nicht mehr da war. „You lost Jooon? OH! MY! GOD! Did you call the police?“ Was ein Spaß – seine Eltern haben das Gespräch zufällig mitgehört, wie wir später erfahren, und sind ebenfalls geschockt. Ein sehr behütetes Land.
Nachts schüttet es wie aus Eimern und wir sind froh, Bett und Dach über dem Kopf zu haben.
Tag 5, Sonntag 07.08. – Chillout
Wir brechen nach dem Frühstück zur großen Inselerkundungstour auf. Wir laufen langsam, um nicht schon Mittags fertig zu sein :) An einer Wasserpumpe treffen wir auf einen
Tag 6, Montag 08.08. – Zurück in die Zivilisation
Nachdem die Crew auf dem Deck ausgiebig gefrühstückt hat geht es um 12.10 Uhr mit einem Oldschool Dampfer wieder zurück in Richtung Stockholm. Das Boot startet bei uns in Grinda, entsprechend leer war es anfangs an Bord, da höchstens sechs Passagiere zugestiegen sind. Die Fahrt geht wesentlich gemächlicher von statten, kostet moderate 80 Kronen und um 14.10 legen wir wieder mitten in Stockholm an, gegenüber vom Königspalast. Mit Sack und Pack fragen wir uns zum Hauptbahnhof durch, der letztlich nur geschätzte 800 Meter weit entfernt ist. Im Bahnhof verwirrt uns das schwedische Bahnsystem mit unterschiedlichen Betreibern und entsprechend unterschiedlichen Ticketschaltern (wo man wiederum ganz schwedentypisch immer erst eine Nummer ziehen muss). Nach etwas Rumgelaufe erstehen wir ein „20er“-Ticket für die Pendeltaget, eine Art S-Bahn, pro Station wird ein Ticket entwertet. Das Welcome Hotel [Website] ist in Barkarby, vier Stationen vom T-Centralen/Hauptbahnhof entfernt, also 5 Fahrten für insgesamt 145 Kronen, immerhin billiger als das Taxi. 15 Minuten später sind wir im Hotel, was in der Nähe des S-Bahnhofs liegt. Wir checken ein, duschen heiß, schauen MTV, essen im Hotelrestaurant. Nach soviel geballten Annehmlichkeiten der Zivilisation fallen wir erschöpft ins Bett.
Tag 7, Dienstag 09.08. – Stadtrally
Gutes Wetter – nach einem guten schwedischen Frukost-Büffet geht es ab in die Stadt, wo wir einkaufen, Fotos machen (auch von Kreuzfahrtschiffen wie der AIDA, die mitten in der Stadt anlegen), Frauen anschauen (soviele Schwangere und junge Mütter habe ich ürigens noch nie gesehen, Babyboom! Vor den Geschäften stauen sich die Kinderwagen), Kaffee und Eis konsumieren und Abends im Cafe Madeleine mit guter Preis-Leistung essen. Im Hotel trinken wir noch eines dieser 52-Kronen Biere zu einer austauschbaren, aber dennoch kurzweiligen MTV-Sendung.
Tag 8, Mittwoch 10.08. – Kultur und Barhopping
Morgens bekomme ich meine EOS wieder, die ich über das Inselwochenende bei Patrick gelassen hatte – bei Schauerwetter geht es ab für den Quotenmuseumsbesuch, das Vasa-Museum auf der Insel Djurgården (Tiergarten). Das Museum ist um ein altes Segelschiff gebaut, welches bei der Jungfernfahrt im Hafen von Stockholm gesunken ist, in Vergessenheit geriet und nach 333 Jahren im Wasser lag, bis es Mitte letzten Jahrhunderts wieder gefunden wurde. Beeindruckend! Das Wetter bessert sich, wir trinken am „Mushroom“, einem zentralen Treffpunkt in der Innenstadt, einen Kaffee. Patrick holt uns um 18 Uhr am Hotel ab, wir machen uns eine Lasagne, schauen uns ein paar Partybilder aus der Studentenstadt Lund an und fahren dann nach Süd-Stockholm, wo es etwas „alternativer“ zugeht, aber immer noch auf hohem Niveau. Zwischen den Bars wie dieser, dieser oder dieser habe ich die Möglichkeit, ein paar Langzeitbelichtungen von Booten und Häfen zu machen. Wir beenden das Bar-Hopping gegen 1.30 Uhr.
Tag 9, Donnerstag 11.08. – Süd-Stockholm bei Tag
An der „Slussen“, der Schleuse mitten in Stockholm, wo Süß- und Salzwasser aufeinander treffen, stoßen wir zu Patrick. Wie so oft ist auch an diesem Morgen das Wetter eher bescheiden, so dass wir etwas shoppen und Kaffeetrinken gehen. Gegen Mittag klart es auf und die Sonne kommt raus, auch das ist offenbar typisch. Wir laufen durch Süd-Stockholm, schauen uns sogar eine Kirche an, genießen die Sonne. Nachmittags fährt uns Patrick noch auf den hinteren Teil von Djurgården, wo einige Botschaften und der Fernsehturm stehen. Aus 155 Meter Höhe hat man einen schönen Panoramablick auf Stockholm! Nach soviel Programm haben wir Hunger, den wir sehr schwedisch mit einem Kötbullarmenü in einem IKEA komplett stillen können. Beste Preis-Leistung, das Essen im IKEA. Für Schwedenurlauber empfehlenswert. Hätte auch der IKEA in Wiesbaden sein können, schon sehr ähnlich.
Tag 10, Freitag 12.08. – Bootstour
Heute ist das Wetter direkt morgens schon gut, Zeit für eine Bootstour. Boote sind in Stockholm ein nicht ungewöhnliches Verkehrsmittel, es gibt unzählige kleine und große „Marinas“ („Häfen“) voller Segel- und Motorboote. Wir brechen von Patricks Vorort auf, der am Mälarsee liegt. Mit Vollgas geht es Richtung Osten nach Stockholm, vorbei am
Tag 11, Samstag 13.08. – Finale
Der letzte Tag steht an – unser Plan ist es, durchzufeiern und um 4 Uhr Sonntagfrüh den Bus zum Flughafen zu nehmen. Dazu verstauen wir zuerst unser Gepäck in einem Schließfach im Hauptbahnhof, der direkt neben dem Busbahnhof liegt, um nicht das ganze Gerödel mit ums rumschleppen zu müssen. Pünktlich um 12 Uhr sind wir dann am Königspalast, um den täglich mit großen Aufwand stattfindenden Wachwechsel
Nachmittags chillen wir noch etwas am Pool, bevor zu einem Freund von Patrick aufbrechen, der in einem Studentenwohnheim recht zentral wohnt. Dort kochen wir gemeinsam (Shrimps und Nudeln), glühen etwas vor, müssen uns „Ein Student aus Uppsala“ anhören (das einzige deutsche Lied was sie kennen...) und brechen dann mit dem Taxi in die Innenstadt auf. Die Taxen lassen bei der Anfahrt und Wartezeit vor dem Haus das Taximeter laufen, so dass man auch schon mal bei 90 Kronen losfährt. Happig! Das Ausgehverhalten in Stockholm ist schon anders als in Deutschland. Zuerst wird sich privat ordentlich einer angetrunken, weil es in den Bars und Clubs eben so übertrieben teuer ist. Allerdings nur soviel trinken, dass man durch die Tür kommt. Gegen halb 11 Uhr geht’s erstmal in eine Posh-Bar, weil man bloß nicht zu früh in den Club gehen darf. Dann jedoch gehen alle gleichzeitig in die Clubs, so dass überall lange Schlangen den Eintritt verwehren. So marschiert man durch die Stadt und versucht, irgendwo hineinzukommen. Selbst um 1 Uhr ist das noch außerordentlich schwierig – interessant, wenn man bedenkt, dass die Clubs schon um 2, mit etwas Glück um 3 Uhr schließen. Auch drinnen ist es proppenvoll. Da wieder alle Clubs gleichzeitig schließen, ergießen sich zwischen 2 und 3 Uhr Massen betrunkener Schweden in die Innenstadt und stürmen Fast-Food-Restaurants etc. Wir sind an diesem Abend sehr „svenson“, typisch schwedisch. Kurz nach 3 verabschieden wir uns von Patrick und marschieren Richtung Hauptbahnhof, vorbei am Kulturhuset etc. Dort erwartet uns jedoch eine Überraschung – der Hauptbahnhof ist abgeschlossen! Ungünstig dass unser Gepäck drinnen im Schließfach auf uns wartet, der Bus gleich fährt, und der Bahnhof erst um 5 Uhr wieder öffnet. Dicker Abtörn, wir sind sofort nüchtern. Während wir uns schon auf eine übertrieben teuere Taxifahrt einstellen, kann Mo einen Streifenwagen anhalten – und tatsächlich, der Polizist öffnet für uns den Hauptbahnhof! Schweden ist cool! In der letzten Sekunde erreichen wir, von dem Gerenne gut durchgeschwitzt, den Bus zum Flughafen.
Sonntag, 14.08. – Heimat
Pünktlich um 7 Uhr, nach einem
Noch ein paar mehr kurz kommentierte Fotos gibt es in der Stockholm-Urlaubsgalerie, mehr Infos über Stockholm und Schweden bei Wikipedia!
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