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Samstag, 16. Januar 2010

Fahrgastorientierung der Deutschen Bahn

Geschrieben von um 12:46
Ein Eingeständnis an die Fahrgastfreundlichkeit der Deutschen Bahn landete nach drei Wochen schwarz auf weiß im Briefkasten. Ergebnis: Eine Minute zu wenig Verspätung. Wobei wir meiner Auffassung nach 65 Minuten Verspätung hatten. Wahrscheinlich wurde der Zeitpunkt erfasst, als die Lok einfuhr - wer weiß das schon? Der Zug war übrigens so lang, dass er in München nicht in den Hbf passte. Und ich saß ganz hinten, weil ich im Frankfurter Sackbahnhof ganz vorne (=hinten in München) reinspringen musste, da meine Zubringer-S-Bahn zuspät kam.

Diese Woche war ich nur einmal mit dem Zug unterwegs, Wiesbaden-Stuttgart und zurück. Auf dem Hinweg 20 Minuten Verspätung, zurück 40 Minuten. Auf dem Heimweg konnte ich immerhin gleich zwei dermaßen verspätete Züge kombinieren...

Wie selbstverständlich muss ich solche Verspätungen ohne jegwelche Erstattung hinnehmen und dafür trotz Bahncard 50 ordentlich in die Tasche greifen. Die Deutsche Bahn hingegen sträubt sich wegen einer einzigen Minute, sich einmal neben der Standardverabschiedung "Wir entschuldigen uns für die Verspätung" ansatzweise für den ganzen Frust und Ärger erkenntlich zu zeigen. Dabei wäre die Erstattung von 25% des Ticketpreises nur 3% des Umsatzes gewesen, den ich im Dezember der Deutschen Bahn generiert habe.

So bleibe ich als nachhaltig verärgerter Bahnkunde zurück, der ihnen nächste Woche mangels Alternativen wieder einen dreistelligen Umsatz generiert. In Handelsblatt und Spiegel verfolge ich aufmerksam das Schielen ausländischer Wettbewerber auf umsatzstarke deutsche Schienenfernverkehrverbindungen. Herzlich willkommen!
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Dienstag, 12. Januar 2010

While you are waiting

Geschrieben von um 23:01
In letzter Zeit beobachte ich mich öfters, was passiert, wenn plötzlich eine beliebte Internetseite nicht funktioniert. Wie ein Lauffeuer geht es über Mails und IM herum: Du, Facebook/Geocaching/etc ist down! Fassungslos ruft man diese Adresse auf, die prominent in den "meistbesuchten Seiten" wartet bzw. ohnehin immer in einem Tab offen ist. Dann drückt man auf F5, wieder und wieder. Besucht Monitoring-Dienste, die den Status der Seite beobachten. Nichts. DOWN! Beim letzten Ausfall der Geocachingplattform, die auf einem Brand im US amerikanischen Rechenzentrum rückführbar war, explodierten die Nutzerzahlen in den Foren und die Follower des Twitteraccounts des Verantwortlichen der Betreiberfirma. GPX-Dateien, die Offline-Währung mit fast allen relevanten Informationen, wurden wie auf einem Schwarzmarkt gehandelt. Zum Glück sind alle Dose aus echtem Plastik ;)

Server down? Irgendwie ist es, als ob du nach Hause kommst, und die Haustür geht nicht auf.

Zum Glück liefen die anderen Seiten noch ;)
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Dienstag, 22. Dezember 2009

59 Minuten Bestandskundenpflege

Geschrieben von um 23:43
In den letzten Wochen habe ich der Deutschen Bahn einen vierstelligen Betrag in den Rachen geworfen. An die übliche 20 minütige Verspätung auf der Strecke Frankfurt-München habe ich mich eingestellt. Die Gründe dafür sind meist nicht nachvollziehbar ("hohes Streckenaufkommen", "Gleis im Zielbahnhof belegt", usw.), und lösen nur resignierendes Kopfschütteln unter den vornehmlichen Vielfahreren auf der Strecke aus. Gestern summierte sich diese Faktoren auf eine dicke Verspätung auf. Ich war nicht amüsiert, wollte ich doch den Abend in München noch für etwas anderes nutzen. Ich verließ den Zug auf einen notdürftig und mehr schlecht als recht vom Schnee befreiten Bahnsteig. Der Zug war so lang, dass ich weit außerhalb der überdachten Halle des Münchner Hauptbahnhof aussteigen konnte. Am "Service Point" reihte ich mich in die Schlange der versetzten Fahrgäste der Doitschen Bahn ein. Nach 20 Minuten war ich an der Reihe. (Es war zwischenzeitlich halb zehn Uhr, abends, mein "Feierabend" anstelle der geplanten Abendaktivität): Ich würde gerne den Gutschein für die einstündige Verspätung abholen. (Süffisantes Grinsen des Uniformierten): Aha, für welchen Zug denn? (Nice try - für den gleichen wie die 300 Leute vor mir?!) Den ICE 723. (Süffisantes Grinsen des Uniformierten): Der hatte nur (Anmerkung des Reisenden: WHAT THE FUCK!) 59 Minuten Verspätung. So steht's im System. Da gibt es keinen Gutschein. Das ist EU-Recht. Das können Sie nachlesen!

So ist das also. Nur 59 Minuten auf einer drei Stunden Strecke. Und wird noch mit einem EU-Brückenpfeiler gewunken. Welch klare Aussage mir als Kunden gegenüber, der die übliche 20-minütige Verspätungen unter Usus verbuchen darf. Die Bahn wiegelt derweil wegen einer Minute ab und weiß, dass ich Abends ein Rückfahrticket kaufen muss. Mit dem kollektiven Aggressionspotential hätte man Kriege gewinnen können!

Von der Ventil-Lösung aka "schriftliche Fahrgastrechteeingabe" aka "für Ablage Papierkorb" machte ich noch Gebrauch. Schlappe 49 Felder waren auszufüllen für eine schäbige übliche schlichte Verspätung. Opportunitätskosten-aufbauen und cand. Formfehler deluxxe. Liest man das Kleingedruckte, welches sich über die ganze Rückseite zieht, wird einem so manches klar über den Status Quo dieses Unternehmens. So wird Zeitkarteninhabern maximal 25% des Wertes ihrer Zeitkarte erstattet. Welch' Aussage - förmlich sichtbar wie Anfangs tausende Pendler Rückzahlungen in doppelter und dreifacher Höhe ihrer Monatskarten erhielten...

So also sieht die Bestandskundenpflege im Jahr 2009 bei der Deutschen Bahn aus. Schauen wir mal, was aus meiner "Anfrage" wird. Ich berichte. Nur der grandiose Föhnblick aus dem Fenster beruhigte mich übrigens :) Auf dem Rückweg München-Frankfurt hielten wir (noch halbwegs pünktlich) auf der Main-Brücke an. Kurz vor den Ziel also wurde die obligatorische Verspätung eingefahren (Zielgleis belegt - der ICE war wie gesagt halbwegs pünktlich...hm?), so dass mir die S-Bahn zum Parkhaus trotz Aggro-Sprints über (ungeräumte) Bahnsteige natürlich und obligatorisch vor der Nase wegfuhr.
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Samstag, 31. Oktober 2009

Versenkt

Geschrieben von um 20:34
Verdammt! Neue Dose plaziert, alles mit Bordmitteln, und dann ist bei der letzten Aktion meine altgediente Umlenkrolle runtergefallen :( Mein Versuch zur Bergung musste ich leider abbrechen... doch bisschen tiefer als gedacht! Hmpf! Hoffe nur das jetzt wenigstens das Listing problemlos durchgeht ;)
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Dienstag, 18. August 2009

Leistungsversprechen aus der Hölle

Geschrieben von um 22:24
"So einfach ist das" proklamiert weithin sichtbar der Zettel an der Haustür. Auch im Postkasten finde ich auf einer Postkarte diesen Claim eines Unternehmens, welches sich als "das weltweit führende Unternehmen für die verbrauchsgerechte Erfassung und Abrechnung von Energie, Wasser und Hausnebenkosten" verstehen möchte.

Doof nur, dass der Termin zur Ablesung Mittwochs 14 Uhr ist. What the fuck?! So einfach?!? Welcher Arbeitnehmer ist denn zu einer solchen Uhrzeit daheim? "Ein beschissener Aufstand ist das" - alle Nachbarn sind auch Lohnsteuerzahler. Gott Sei Dank habe ich nach viel Geklingel noch ein wildfremdes Renterpaar in der Nachbarschaft gefunden, die jetzt meinen Schlüssel hüten. Dieser Claim ist eine Schande für jegwelchen strategischen Positionierer. Eat the gap!
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Mittwoch, 8. Juli 2009

Plus und Minus

Geschrieben von um 23:41
Plus: Zweiter Klettergurt in der Heavy Duty Version im Geraffel. Einweihung: Freitag, Samstag, Sonntag :) Damit kann ich nicht in der hiesigen Kletterhalle aufschlagen... Bisschen overdosed (welch tieferer Sinn ;))

Minus: Hier stirbt ein bei den üblichen Verdächtigen geschätztes Objekt (12 Boomarks, 35 Watchlists, und immerhin 55 Teams haben sich trotz des Settings als Nacht-Mystery getraut ;))
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Montag, 13. April 2009

Lernen von der Deutschen Bahn

Geschrieben von um 22:56
Testballon Zugfahrt: Der Puls ging kurz in die Höhe, als meine Sitznachbarin ihre Bahncard zeigen sollte. Es stellte sich heraus, dass sie vor einigen Tagen ihre neue Bahncard erhalten hatte, woraufhin sie die alte aus ihrem Portemonnaie entfernte und durch die neue ersetzte. Nach ihrem Bekunden hat sie seit Jahren eine Bahncard 50. Eine treue Stammkundin der Deutschen Bahn also. Ich sah, staunte, und lernte, wie die Deutsche Bahn mit ihren Stammkunden umgeht. Es entstand folgender Dialog: 

Schaffner: Ich fürchte wir haben da ein Problem.
Kundin: (Überrascht) Wieso?
Schaffner: Ihre Karte ist ungültig!
Kundin: (Erleichtert) Achso nein, das kann nicht sein, die ist ganz neu!
Schaffner: Eben. Die gilt erst ab 30. April!
Kundin: Oh, das habe ich gar nicht bemerkt. Die kam vor einigen Tagen und dann habe ich sie gegen die alte ersetzt. Das ist ja sicherlich kein Problem, ist ja auf meinen Namen, ich bin ja seit vielen Jahren Kundin.
Schaffner: Doch, dass ist ein Problem. Sie können keine gültige Karte vorweisen. Daher muss ich jetzt bar von Ihnen den Differenzbetrag kassieren.
Kundin: (sprachlos)
Schaffner: Das sind dann xx Euro (deutlich zweistelliger Betrag).
Kundin (immer noch fassungslos, leicht erhöhte Lautstärke): Entschuldigung, habe ich dass richtig verstanden? Sie wollen Geld von mir, weil Sie meine auf meinen Namen ausgestellte Bahncard, die mir zugeschickt wurde, nicht akzeptieren? (Das halbe Abteil dreht sich herum).
Schaffner: Ja. Ihre Karte ist ungültig.

Es folgte eine längere Diskussion, mit dem Resultat, dass meine Sitznachbarin zahlen musste, und der Schaffner teilte ihr noch mit, dass ihr das auf der Rückfahrt genauso gehen würde. Sie solle sich dann binnen 14 Tagen an einen großen Bahnhof wenden, wo sie unter Vorlage der alten Bahncard das Geld zurückbekäme.

Erneute Fassungslosigkeit unter den Reisenden, als sie bemerkte, dass sie die alte sicherlich schon weggeworfen hätte und der Schaffner vorwarnte, dass dies dann ein Problem sei, da sie dann ja zum Zeitpunkt der Reise keine gültige Bahncard hätte!

Das ist Kundenbindung, das ist Customer Relationship Management mit integrierter Datenbasis, in einem fatalen Worst Practice. Das ist das Jahr 2009 bei der Deutschen Bahn mit einem Ostergeschenk der besonderen Art. Ich hoffe, dass viele Reisende des Großraumabteils von dieser beschämenden Leistung an all ihre Freunde berichten. Ich persönlich hätte das vor Ort entschieden eskaliert - hätte mich ja mal interessiert ob mich der Schaffner wg. Schwarzfahren angezeigt hätte! Aber ich hatte ja keine neue Bahncard, sondern nur ein mit Kreditkarte bezahltes Vollpreis-Ticket.

Im Ulmer HQ angekommen habe ich dann das Rad gesattelt und auf einer 30 km-Tour acht schöne Caches im Söflinger Wald gemacht. Traumhaftes Wetter, nur die Natur ist hier meilenweit entfernt vom Rheingau und trägt noch ihr Winterkleid!
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Donnerstag, 2. April 2009

Fünf Stunden

Geschrieben von um 23:22

war mein erster Cache in Ulm online, bevor er aufgrund eines örtlichen Cachers wieder archiviert wurde. Ich schaue auf diesen Sachverhalt noch mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Amüsement. Schon interessant zu sehen, wenn der einer der hiesigen FTF-Jäger (ja die Buschtrommeln) den Cache nicht erreichen kann. Mal schauen, ob dieser Cacher mir die angeblichen Verbotssschilder zeigen kann. Ich bin sehr gespannt, insbesondere auch auf einen Ortstermin. Sehr interessant. Noch interessanter wird die Argumentation mit Privatgelände, wenn ich den auf dem naheliegenden Tradi auf dem IKEA-Parkhaus betrachte. Ich versuche nun zunächst einen Dialog mit besagtem Cacher, bevor ich den Reviewer anrufe. Schade dass der Reviewer den Cache nur aufgrund dieser einen Person archiviert und sperrt (ich kann als Cachebesitzer das Listing nicht editieren, kein Log als Stellungnahme posten etc).

Immerhin: "Wer diesen Cache ohne Sicherung loggt, ist eindeutig lebensmüde.", so schreibt besagter Cacher. Da höre ich ein leises Mama denke ich an einen Lutschpastillenwerbespot aus dem Norden...
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Donnerstag, 22. Januar 2009

Chillen?

Geschrieben von um 23:51
Interessant: Die Suche nach einem neuen HQ in Ulm gestaltet sich als außerordentlich herausfordernd. Anruf auf eine in der Mittwochsausgabe (!) der Lokalzeitung inserierte (und nicht eben günstige) Wohnung. Eine mitleidige Stimme meldet sich: "Da haben gestern schon 80 Leute angerufen. Die Wohnung ist natürlich schon vermietet." Am Samstag habe ich jetzt mit Ach und Krach immerhin drei Besichtigungstermine organisiert. Minimum für eine 700km Fahrt!

Taktisch passend scheint mein VW-Cachemobil mal wieder Öl zu verlieren. Auch der Nachtcache zum Abend klappte hinten und vorne nicht. Top Donnerstag :)
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Montag, 10. November 2008

Aztec Code Reader

Geschrieben von um 11:26
Ich finde keinen - das kann doch nicht wahr sein? Kennt hier jemand einen nicht hardwaregebundenen Reader (egal ob Online oder Installation) der den Aztec Code lesen kann? Der hier kann es nicht.
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Samstag, 1. November 2008

Räuber und Gendarm

Geschrieben von um 12:00
Ich habe extra mal gezählt: Sechs Schichten Kleidung trug ich, als ich heute Nacht selig am an einem der Lagerfeuer des Räuberträume-Event saß :) Die Ausrichter hatten ordentlich was aufgefahren, und so war mitten im tiefsten Taunuswald schwer was los. Hunger und Durst leiden musste keiner, das galt auch und gerade für Naschkatzen. Abgefahrene trackable items kursierten, so wie diese Event-Kroketten samt reaktiven Licht (?), aber auch prall gefüllte Schatzschatullen anwesender Räuber. Und natürlich wurden auch viele Cacherandekdoten ausgetauscht, z.B. erzählte mir eine Cacherin von einem "Cache", wo ein Bademeister ein Schwimmbad mit Aluschildchen versehen hat: Im Kinderbecken, im Nichtschwimmerbecken, im Sprungturmbecken in fünf Metern Tiefe, unter dem 10 Meter-Brett ("Das musst Du Dir mal vorstellen. Ich mit GPS in der Hand auf dem 10 Meterbrett am rumkraxeln, arg wackelig, und hinter mir zehn ungeduldige Türken") usw. Ein sehr kurzweiliger Abend, der viel zu schnell vorbeiging!

Im HQ sind neue Nachbarn aus östlichen Teilen dieses schönen Landes eingezogen, denen offensichtlich ein durch gegenseitige Akzeptanz und Rücksichtnahme geprägtes Miteinander egal zu sein scheint. Das ist schade, passt es doch gar nicht in die Hausgemeinschaft, die sich sonst auch mal auf ein Bier im Garten trifft. Wie ich so höre, musste heute Nacht die örtliche Polizeidienststelle etwas Erziehungsarbeit leisten, um angemessene "Ruhe im Karton" herzustellen - Kopfschütteln allerseits!
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Montag, 9. Juni 2008

Hurra (wir leben noch)

Geschrieben von um 14:14
Zurück aus dem Grenzgebiet zur Ukraine. Sehr schön dort, und einsam. Als uns der Bus nach über fünf Stunden Geschüttel (für 240km!) in das in Dunkelheit liegende Lesko [?] ausspuckte, war es schon ein komisches Gefühl, so a la Ende der Welt. Zum Glück war das halbe Nachbardorf (300 Einwohner, weitgehend eine Familie scheinbar) involviert, um uns zu unterstützen. Der Feuerwehrmann hat uns abgeholt, eine Oma mit Zimmern versorgt, Josef (Förster, der aber LKW fährt) war unser Guide, der uns fürwahr Tür und Tor öffnete. Ein Highlight ergab sich während der Wanderung auf den Berg Jawor, der mit seinen 740 Metern nicht sonderlich außergewöhnlich, aber doch hoch über dem Stausee lag. Außer zweier Sendemasten war dort aber nichts. Ich sagte im Spaß, wie toll jetzt Kaffee und Aussicht vom Mast seien. Fünf Minuten später hatte Josef den Turmwärter aktiviert, dieser den Aggro-Hund weggesperrt, das Tor im hocheingezäunten Areal aufgeschlossen, Kaffeewasser aufgesetzt UND uns eine Leiter an den Einstieg in den 88m Turm gestellt. Unfassbar!

Leider ist meine Digicam in dem ganzen Geschüttel der Busse schüttgegangen - ärgerlich, insbesondere wg. der Bilder. Andererseits litt die Kamera mehr oder weniger unheilbar an einer Staublunge und war schon lange unter Null abgeschrieben. Keine Ahnung, wie viele tausend Bilder ich damit gemacht habe. Locker fünfstellig. Ich warte jetzt auf die Bilder der Mitreisenden, und reiche dann nach. LEIDER ist zudem im vorgeschobenen HQ das offene WLAN seit einer Woche abgeschaltet. Der Nachbar ist wohl im Urlaub, hmpf. Online gehen in Einkaufspassagen oder der Bibliothek nervt!

Gestern abend, Fussball. Just in Time in Krakow, und die Deutschlandfahne aus dem Schrank geholt. Die Große, die sonst im dt. HQ vom Balkon weht, versteht sich. Polen-Käppi auf den Kopf, Sportsgeist, Völkerverständigung und so. An der Bushaltestelle wurde ich schon schräg bis entsetzt angesehen. Auf dem Weg zur Public Viewing Fläche hoffte ich, auf andere Deutsche zu treffen, derer nun ja einige in der Stadt sind. Aber: Nichts, kein einer! Stattdessen wollten mich die ersten zwei Betrunkenen schon vermöbel (Niemcy??! Kurwa!!), und ich musste einen kurzen Zwischensprint einlegen, bis Polizei in Sicht war. Auch auf dem menschenvollen Rynek: Keine einzige deutsche Fahne. Um die Ecke, auf einem Nebenplatz die Großleinwand. Tausende Polen, viele kahlgeschoren, und alle ein Bier am Hals (Leinwand von Brauerei gesponsert, da ist dann das Trinken plötzlich erlaubt). Ich rief meine Kommilitonen an, wo seid ihr? Auf der Suche traten plötzlich allerlei Leute an mich heran und spachen mich leise auf Deutsch an: "Mensch, packen Sie die Fahne weg", "Jo mei du bist ober a gonz a mutiga", "ich wohne seit sechs Jahren hier. Ich hätte das nicht gemacht!" usw.

Meine deutschen Kommilitonen dann: Hatte alle 'ne Polen-Fahne im Gesicht - und rein gar nichts deutsches an sich! Was ist denn dass für ein Support!? So kommt ihr aber nicht in den Himmel, sagte ich augenzwinkernd. Und bekam zur Antwort, "Vielleicht, aber DU kommst So auf jeden Fall schneller in den Himmel". Hm, wird schon gehen, erlebte ich die Polen doch bislang meist als letztlich zivilisierte Leute?! Der Sicherheitsdienst, kahlgeschoren, Stiernacken, Camouflage-Kampfanzug mit Oberkörperpanzer, Schlagstock in der Hand, taxierte uns allerdings sorgenvoll und stellte zwei Mann in unsere Nähe.

Die Polen feierten schön und lautstark, bis... es rummste, 1:0, und es wurde still. Na, nun aber: "AUF GEHT's DEUTSCHLAND SCHIESS EIN TOR, SCHIESS EIN TOR..." Die ersten Kahlköpfe drehten sich um. Dann rummste es wieder, 2:0. Meine Fahne hoch, Jubel. Sogleich folgte schon das erste Geschubse. Ich wurde gefragt, ob ich denn Pole oder Deutscher sei. Meine Antwort, dass ich "oczywisty z Niemiec" (selbstverständlich aus Deutschland) sei, missfiel ganz klar. Die besoffenen Augen schauten hasserfüllt. Besonders störend wurde wohl empfunden, dass ich eine Polen-Kappe trug. Ich startete einen ganz kurzen und ganz erfolglosen Versuch, Fussball, Sportsgeist, sportliche Fairness zu erklären. Der Aufforderung, mal um die Ecke zu gehen kam ich natürlich nicht nach. Puls und Adrenalin stiegen - scheisse, wir sind im Feindesland! So ein Gefühl hatte ich noch nie. Wir überlegten kurz, was wir machen sollen. Wir waren uns leider alles andere als sicher, ob wir vom Sicherheitsdienst wirklich Schutz erhalten würden. Polizei war nur außerhalb des Areals unterwegs und damit zunächst unerreichbar weit weg.

80. Minute, die deutschen Mädels flehten mich an, die Fahne zu verstecken. Die ersten Bierflaschen wurden zerschmettert. Nach kurzer Einstufung der Lage entschloss ich mich als "Point-of-Interest" zum separaten Rückzug. Undercover, andersfarbigen Pulli an, Fahne verstecken, Kappe ab! Auch der Rest unserer Gruppe teilte sich gezielt auf, mit gemeinsamen Treffpunkt. In der vermeintlich sicheren Kneipe angelangt, flogen die Bierkrüge. Wir waren nun wirklich schockiert, selbst hier nur Krawalle!! Fast alle Mädels hatten offenbare klare Anweisungen aus ihren deutschen Elternhäusern erhalten und flüchteten sofort in Kleingruppen per Taxi aus der Innenstadt in ihre Wohnungen. Polizei war mit ihren eingegitterten Kleinbussen omnipräsent. Wir verbliebenen sechs Deutschen sprachen nur noch Englisch miteinander, und entschlossen uns, uns unser Siegesbierchen nicht nehmen zu lassen.
Es war eine Genugtung. 2:0! Was hatten uns die verpeilten Busfahrer, Verkäuferinnen, Vordrängler- und Nicht-über-den-Zebrastreifen-Gehen-Lasser-Polen geärgert. Haha! 2:0!

Neben dem deutschen Generalkonsulat, vor dem massive Polizeikräfte standen, fanden wir eine Kneipe mit leerem Hinterzimmer, so dass wir uns wieder leise auf deutsch unterhalten konnten, und Bier bestellen auf polnisch kann ich fast wie ein Pole ;) Wir liessen den Abend Revue passieren. Die Kommilitonen und ich waren - vom 2:0 einmal abgesehen - sehr entsetzt, Konsens "Was bin ich froh, hier bald weg zu sein"... :( Polen, so wird das nichts mit eurem Land!

Der überfüllte Nachtbus wurde später mit Pokerface genommen (nur einmal leise in das Lachen der "normalen" Polen um uns herum eingestimmt, als ein Hooligan vorne in den Bus einsteigen wollte, es ihm dort offenbar etwas zu eng war, er wieder ausstieg um hinten rein zu gehen, der Busfahrer dies sah und darauf hin schnell die Türen schloss und einfach wegfuhr). Als das Tor in der Gated Community hinter uns in den massiven Eisenzaun fiel, unser Sicherheitsmann aufmerksam herüberschaute, da holte ich unsere zerknitterte Fahne unter meinem Pulli hervor, strich sie rasch glatt und liess sie nochmal leise und etwas stolz durch die polnische Nachtluft flattern...
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Mittwoch, 14. Mai 2008

Turbacz ahead

Geschrieben von um 17:49
Anmeldung für Klausuren und Master-These: Erfolgt.
Case Studies für die Heimathochschule: In Progress.
Voraufklärung für die Turbacz-Tour am Samstag: Rudimentär erfolgt.

Habe einen der beiden wenigen Krakauer Geocacher gestern Abend auf ein sehr nettes Bier getroffen - er war der Erstfinder des Turbacz-Caches :) Mit großen Augen lauschte er meinen Nachtcache-Erlebnissen aus Deutschland. Mal sehen, wann es hier den ersten Nachtcache gibt ;) Er war übrigens der Überzeugung, dass polnische Cacher meistens Drive-Ins bevorzugen. Mein Ziel auf dem Turbacz (?) hat so auch erst drei Finder - seit August 2006! Da steht mir dann der Mund offen ;) Ich bin auf den 1.300 Meter Vorposten der Tatra gespannt, Aufstieg von Rabka, Abstieg nach Nowy Targ. Meine Digicam bringt mich derweil mit ihrem Staubproblem auf die Palme. Es ist ein Konstruktionsfehler der Sony P-200 - und dabei ist diese Kamera ansonsten outstanding. Verdammt - ich finde keinen Nachfolger mit Belichtungszeiten bis zwei Sekunden... :x Was habe ich heute schon an der Kamera rumgesaugt, aber selbst 1.400 Watt helfen nicht!
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Mittwoch, 7. Mai 2008

Als weiter!

Geschrieben von um 11:27
Das zweite Paper hat mich echt viel Zeit gekostet: Local Economical Development - Policies for sustainable growth of Hobart, State Capital of Tasmania / Australia. Dabei konnte ich es mir nicht verkneifen, Bezug auf's Geocachen zu nehmen (S.7) ;) Das Paper war wieder einmal zuviel Aufwand für wenige Credit Points, dafür aber sehr interessant.

Nun muss ich entschieden meine Master-Thesis voranbringen - ich bin noch auf der Suche nach einem interessanten mittelständischen Unternehmen, was eine Aufgabenstellung im Bereich Marketing und Vertrieb zu lösen hat. Gerne strategische Problemstellungen, gerne im Bereich CRM(-Software). Die FH hat natürlich wieder irgendwelche abenteuerlichen, studentenunfreundlichen Termine / Fristen: Bis Mitte Mai gebe ich eine Präferenzliste ab, die aufzeigt, welcher Prof (w/m) mein Betreuer sein soll. Irgendwann, ich denke mal im Juni, erfahre ich dann, wer dies dann tatsächlich sein wird. Bei der Bachelorthesis habe ich bei dieser "Verlosung" eine zunächst sehr unbefriedigende Erfahrung gemacht, welche ich letztlich nur durch die Flexibilität und Aufgeschlossenheit eines einzelnen Profs ins Positive wandeln konnte. Wie ich nun auf Basis einer solchen Unsicherheit ein Thema bei einem Unternehmen platzieren skann, konnte mir noch keiner erklären. Je nachdem bei welchem Prof ich "lande", kann das Themengebiet erheblich variieren. Eine typische Lose-Lose-Situation: Ich habe den Nachteil das ich nicht ich Vorfeld Betreuer und vor allem Themengebiet aussuchen kann, und die FH hat den Nachtteil, das jedes Unternehmen, welches mit dieser Regelung konfrontiert wird, nur ungläubig den Kopf schüttelt.
Anyways, parallel bewerbe ich nochmal bei WiWi-Talents, mal sehen ob es nun mit Auslandssemester klappt...

Krakau vibriert derweil, der / die / das Juwenalia aktiviert die 170.000 Studenten zu besonderer Aktivität. Gestern abend gab es ein Konzert auf unserem Campus, Eintritt frei mit Studentenausweis - bereits an der Außenmauer des Campus' war viel los. Gute Stimmung, die Hauptgruppe spielte gute polnische Musik, die irgendwo zwischen Sportfreunde Stiller und Ärzten angesiedelt war. Die Band schien bekannt zu sein, denn alle sangen mit. Also, fast alle ;) Fazinierend wieder einmal, das kein Bier ausgeschenkt wurde, nur in einem umzäunten, abgelegenen Areal gab es Essen und Trinken (Bier 4 Zloty, ca. 1,20 Euro). Die Feinstaubbelastung im dortigen Grillzelt war ordentlich - man hätte ja eine Abzugsöffnung schaffen können... Zum Abschluss gab es noch einen Feuerzauber. Am Freitag ist wohl der Höhepunkt in Form eines Studentenmarsches und anschließender riesiger Hauptversammlung Party auf dem Rynek. Natürlich schreibe ich am Freitag eine Klausur! Cholera!

Mein geplantes Tatra Hiking pushe ich nun auch als Facebook-Event, Motto: "Great things are done when men and mountains meet." :D Alleine kann ich die Touren nicht machen - viel zu gefährlich.
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Montag, 21. April 2008

Kommunikationsstörung

Geschrieben von um 13:16
Fatal. Die HNO-Ärtzin sprach nicht ein einziges Wort Englisch. Super Anamnese- und Diagnose-Konversation! Die Sprechstundenhilfe (die Berufsbezeichnung ist irgendwie abwertend, gibt's da was politisch korrekteres?) war 20 Jahre jünger als der Doc und konnte immerhin die Basics, war aber angesichts der Menschenmaßen draußen gebunden. Ich glaube in dem Ärztezentrum waren heute morgen mehrere hundert Patienten. Da ich Bezahlpatient war, kam ich in den renovierten Trakt und direkt dran - ändert aber wenig am Kommunikationsproblem. Da ich die Fremdsprachenkompetenz schon antizipiert hatte, rettete mich mein vorgefertigter Spickzettel etwas. Ich habe - soweit ich das verstanden habe - so eine Art Mittelohrentzündung. Neue Medikamente, neues Glück. Alles polnische Medikamente, u.a. Antibiotika und ich habe das Gefühl, der Shizznit geht richtig ab: mein Atem hat nun die Duftnote "Chlor-Chemiefabrik" :o Bedenken bereitet mir nun noch mein Heimflug kommenden Dienstag, bis dahin muss Druckausgleich wieder möglich sein, sagte die Ärztin doch als ich den Flugsachverhalt verklickert hatte, "tak, to jest problem!"
Apropos: Im Chlor-Dunst habe ich meinen ersten "Aufsatz" in der intuitiv lernbaren ;) polnischen Sprache geschrieben. Ich hoffe, dass ich pro Satz nicht mehr als drei Fehler habe :x

Nazywam się Jan Kretschmer i mam 26 lat. Jestem z Niemiec, ale mieszkam w Krakowie. Mój adres to Ulica Bajeczna 2b/134. Moja babka jest Ślaczka ale mieszka w Niemczech też. Mam dwa rodzeństwo, jedna siostra i jedno brat. Oboje są młodszy niż jestem. Moja matka jest nauczycielka dla język angielski i francuski, mój ojciec jest psycholog. Jeszcze nie pracuję, jestem studentem. Teraz studiuję ekonomię w Krakowie.
Mam niemieckie samochód w Niemcy, dlatego tutaj jecham po autobusy. Oczywiście mówię po niemiecku bardzo dobrze i też po angielsku. Znam francuski tak sobie i tylko trochę język polski. Uczę się polskiego na kursie, bo studiuję w Polsce, ale gramatyki jest bardzo trudna. Interesuję się natura, bo lubię wędrować i jeździć na rowerze. Dlatego jestem wysportowany i szczupły, ale nie jestem ani gruby ani stary. Mój współlokator ma na imię Sebastian, jest Niemcem też. On studiuję controlling i finansowanie. Nie dosyć że on jest bardzo ambitnym, to jeszcze on jest zrelaksowany.
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Pagerank erhoehen - Credits: Serendipity und Perun